Verkehrstechnik

Vossloh trotzt der Wirtschaftskrise

Foto: ddp

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Werdohl/Düsseldorf. Trotz Auftragseinbruchs bei Dieselloks macht der Werdohler Verkehrstechnik-Konzern Vossloh derzeit unterm Strich gute Geschäfte. Die Auftragslage bei Schienenbefestigungen und Weichen lässt für 2010 sogar wieder eine Wachstumsphase erwarten.

Seine starke Internationalisierung hilft dem Verkehrstechnik-Spezialisten Vossloh über die Wirtschaftskrise hinweg. Den Auftragseinbruch bei Dieselloks kompensieren weiter gute Geschäfte mit Schienenbefestigungen und Weichen. So sehen sich die Werdohler nach kurzer Wachstumspause schon 2010 wieder auf Expansionskurs.

„Wir sind in einer relativ komfortablen Situation”, kommentierte Vossloh-Chef Werner Andree die „Seitwärtsbewegung” des M-Dax-Unternehmens im Krisenjahr 2009. Heißt: Während der Umsatz anderer Industriekonzerne regelrecht wegbrach, behauptete sich Vossloh mit absehbar stabilen Erlösen von 1,2 Milliarden Euro am Markt. Dabei erwartet das Unternehmen ein ebenfalls unverändertes Vorsteuer-Ergebnis von 138 Mio. Euro und will seinen Aktionären erneut eine Dividende von zwei Euro je Aktie zahlen.

Nachholbedarf als Chance

Die Stabilität in der Krise verdankt Vossloh seiner großen globalen Präsenz und dem erheblichen Nachholbedarf bei der Schieneninfrastruktur in großen Märkten. „In vielen Ländern gibt es noch keine Massenmobilität”, sagte Andree. Ein enormes Potenzial für den Schienenverkehr, von dem sich Vossloh neue Wachstumschancen verspricht. Das machten Andree und Vorstandskollege Norbert Schiedeck bei der Vorstellung der Planzahlen für die kommenden zwei Jahre deutlich.

Der Anteil, den das Geschäft außerhalb Europas zum Umsatz beisteuert, werde von derzeit einem Drittel schon 2011 auf 40 Prozent steigen, prognostizierte Andree. Impulse erwarten die Werdohler aus Asien, Afrika, Ausstralien und Nordamerika - aber auch aus Osteuropa und Russland. So hat Vossloh etwa für die 85 000, erneuerungsbedürftigen russischen Schienen-Kilometer laut Schiedeck bereits spezielle Befestigungssysteme entwickelt, die die dort üblichen, extremen Temperaturschwankungen aushielten. Zudem profitiere das Unternehmen „vom weltweiten Megatrend Urbanisierung”, dem Wachstum der großen Städte, der große Investitionen in den Nahverkehr erwarten ließe.

Kurzarbeit in Kiel

Die relativ geringen Schulden von 50 Mio. Euro lassen Vossloh laut Andree auch Spielraum für Zukäufe. Bis zu 500 Mio. Euro stünden für mögliche Übernahmen bereit. Im Moment sei allerdings kein geeigneter Kandidat in Sicht.

„In allen Sparten rechnen wir für 2010 mit einer positiven Umsatzentwicklung - bis auf die Lok-Fertigung in Kiel”, resümierte Andree. Dort allerdings zeichne sich „ein sehr, sehr schwaches Geschäft” mit einem Umsatzeinbruch von 30 Mio. Euro ab. Folge: Seit August und noch bis Ende 2010 ist für Kiel Kurzarbeit angemeldet. Leiharbeiter mussten gehen; weiteren Stellenabbau schließt eine Beschäftigungssicherungsvereinbarung aus.

In Werdohl und den anderen Standorten ist dies kein Thema. „Wir haben unser Stammpersonal gehalten”, berichtete Schiedeck. 4700 Beschäftigte stehen weltweit in Diensten von Vossloh. Am Stammsitz werden Schienenbefestigungen produziert.

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