Discounter Aldi

Aldi Süd: Investitionen in Salzburg nicht zu Lasten Mülheims

In Mülheim baut Aldi Süd gerade einen neuen Bürokomplex mit Betriebsrestaurant. Das Bild entstand im August.

In Mülheim baut Aldi Süd gerade einen neuen Bürokomplex mit Betriebsrestaurant. Das Bild entstand im August.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Mülheim/Essen.  Aldi Süd baut neue Zentrale für das internationale Geschäft: in Salzburg. Zu Lasten des Mülheimer Sitzes soll das nicht gehen, so der Discounter.

Die Baukräne an den Zentralen von Aldi Süd in Mülheim und Aldi Nord in Essen sind unübersehbar. Der Discounter wächst aber auch massiv in Salzburg. Auf Anfrage unserer Redaktion weist ein Aldi-Sprecher Spekulationen zurück, die Investitionen in Österreich, das Unternehmen bessere steuerliche Rahmenbedingungen bietet als Deutschland, gingen zu Lasten der Standorte im Ruhrgebiet.

Es war im Sommer, als der Rat der Stadt Salzburg grünes Licht für die Ansiedlung gab. In der Nähe des Flughafens plant Aldi Süd eine neue Zentrale für das internationale Geschäft. In Österreich heißt der Discounter Hofer. Hofer betreibt aber nicht nur die Läden in der Alpenrepublik, sondern auch in USA, Großbritannien, Irland, Australien, Schweiz, Slowenien, Ungarn, China und Italien. 2014 mit 50 Mitarbeitern gestartet, koordinieren inzwischen mehr als 300 Beschäftigte das globale Geschäft. Der Neubau, den Aldi Süd in Salzburg plant, soll sogar Platz für bis zu 600 Arbeitsplätze bieten.

Weltweite IT bleibt in Mülheim

Zentrale Funktionen der „International Services“ hat Aldi Süd inzwischen von Mülheim nach Salzburg verlagert. Davon betroffen waren nach Unternehmensangaben einige Dutzend Arbeitsplätze. Das große Feld der weltweiten IT und Teile des Einkaufs sind dagegen an der Ruhr verblieben. „Wir wachsen weiter stark in Mülheim“, heißt es aus dem Unternehmen. Ein neuer Bürokomplex samt Betriebsrestaurant ist gerade im Bau. Für die Aldi-Süd-Zentrale arbeiten in Mülheim und Duisburg aktuell rund 2700 Menschen.

Wachstumsmöglichkeiten sieht Deutschlands größter Discounter freilich vor allem im Ausland. Die Bedeutung des internationalen Geschäfts soll sich deshalb auch in der Unternehmensstruktur niederschlagen. Um internationale Standards bei Rechnungslegung und Softwarelösungen einführen zu können, hat Aldi Süd damit begonnen, die erste Hälfte der 30 Regionalgesellschaften von GmbH Co. KGs in Europäische Aktiengesellschaften (SE Co. KGs) umzuwandeln.

Regionalgesellschaften vor Umwandlung in Europäische Aktiengesellschaften

Die Regionalgesellschaften betreuen und beliefern im Schnitt 50 bis 70 Filialen. Auch Konzerne wie Eon und Brenntag haben in Europäische Aktiengesellschaften umfirmiert. „Für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner von Aldi Süd wird es durch die Umstellung zu einer SE zu keinen Änderungen kommen“, versichert eine Sprecherin des Discounters.

Einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ zufolge nehmen die Schwesterunternehmen Aldi Süd und Aldi Nord ihre regionalen Zuschnitte gerade genauer unter die Lupe, um nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Während Aldi das deutsche Geschäft über 60 Regionalgesellschaften steuere, komme der Rivale Lidl mit 39 Niederlassungen aus, schreibt das Blatt.

Ein Sprecher von Aldi Nord jedenfalls weist Befürchtungen zurück, die im Bau befindliche neue Zentrale in Essen würde kleiner ausfallen, weil das Unternehmen etwa im Einkauf immer mehr mit der Schwester in Mülheim zusammenarbeite. Im Sommer hatte Aldi Nord an der Autobahn A40 den Grundstein für einen neuen Campus mit rund 800 Mitarbeitern gelegt. In der Pressemitteilung hieß es damals, dass der Standort auf bis zu 2000 Arbeitsplätze ausgebaut werden könne.

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