Süßwaren

Brandt Zwieback bringt eine eigene Schokolade auf den Markt

Grüner Tee Schokolade, wie die eines Anbieters auf der Süßwarenmesse in Köln, wird es bei Brandt im Schokowerk in Landshut nicht werden. Vollmilch mit „Cruncheffekt“ dürfte eher hinkommen.Foto:Oliver Berg/dpa

Grüner Tee Schokolade, wie die eines Anbieters auf der Süßwarenmesse in Köln, wird es bei Brandt im Schokowerk in Landshut nicht werden. Vollmilch mit „Cruncheffekt“ dürfte eher hinkommen.Foto:Oliver Berg/dpa

Köln/Hagen.   Das Hagener Unternehmen Brandt Zwieback verspricht, noch in diesem Jahr eine eigene Schokolade auf den Markt zu bringen.

Vier Tage größte Versuchungen sind vorbei. Die wohl süßeste Messe Deutschlands, die ISM (Internationale Süßwarenmesse) in Köln, hat von Sonntag bis Mittwoch über 38.000 Fachbesucher aus aller Welt angelockt. Unter den 1661 Ausstellern, davon 210 aus Deutschland, war wie immer in den letzten Jahren auch das Hagener Familienunternehmen Brandt Zwieback, das die überraschendste Neuigkeit auf der Messe nicht herausposaunte: „Wir entwickeln gerade eine eigene Schokolade, mit der wir noch in diesem Jahr unter unserem Namen auf den Markt kommen wollen“, verrät der geschäftsführende Gesellschafter Christoph Brandt unserer Zeitung.

Offen für Märkte im Ausland

Das Unternehmen Brandt ist bekannt als Deutschlands unangefochtene Nummer eins in Sachen Zwieback, hat aber seit 1940 auch reichlich Erfahrung im Bereich Schokolade. Im Werk in Landshut wird bislang aber überwiegend im Auftrag für Marktführer in der Schokoladenbranche gearbeitet. Eigene Kreationen wie die vor rund zehn Jahren entwickelten Knusperkugeln findet man kaum in den Regalen. Auch die nach dem Unternehmensgründer Carl Brandt benannten Mokkabohnen in zartbitter oder als Vollmilchvariante sind rar gesät. Das möchte der 35-jährige Christoph Brandt gerne ändern, den Geschmack hat er quasi schon auf der Zunge: „Es muss ein bisschen chrunchig sein.“ Vielleicht wie bei den Knusperkugeln mit Vollkornkern und Vollmilchummantelung. Der Trend zu zuckerfrei scheint hier nur bedingt zu gelten. „Mit einer Schokolade will man sich ja belohnen“, so der junge Chef.

Für die bewusste Ernährung mit nachhaltigen Zutaten, die auf der ISM voll im Trend lag, hat das Hagener Unternehmen mit Zwiebäcken aus Vollkorn und Dinkel sowie den dem Burger Knäckebrot traditionell reichlich Angebote. Die Messe lief für Brandt auch ohne die ganz großen Neuerungen offenbar gut. Man sei zufrieden. Norweger interessieren sich offenbar für Knäcke von Brandt, das im Gegensatz zum schwedischen Marktführer mit Roggen statt Weizen gebacken wird. „Das ganze Thema Gesundheit spielte hier auf der Messe eine große Rolle. Die Leute wollen sich tatsächlich gesünder ernähren. Für uns ist das sehr positiv“, resümiert Christoph Brandt.

Ein Auftrag in Skandinavien würde gut in die Strategie von Brandt Zwieback passen, in Zukunft internationaler zu werden. Mit der Übernahme des österreichischen Marktführers Feldbacher Zwieback vor zwei Jahren hatte das Unternehmen hier einen großen Schritt in diese Richtung gewagt. In diesem Jahr will man die Alpenrepublik für Zwiebäcke in Miniformat begeistern. Das Konzept wird einfach von der Hausmarke übertragen, denn die Minis laufen gut.

Die Marke im TV wachküssen

Mit dem im Frühjahr zu Ende gehenden Geschäftsjahr ist man in Hagen zufrieden (siehe Infobox). Es ist das erste Jahr unter der Regie von Christoph Brandt und seinem Bruder Carl-Heinz (37), nachdem Ende 2017 überraschend ihr Vater, Carl-Jürgen Brandt, gestorben war. Die junge, dritte Generation scheint nun im Traditionsbetrieb sicher angekommen zu sein und entwickelt langsam eigene, moderne Vorstellungen für die Zukunft. „Wir setzen weiter auf Fernsehwerbung und versprechen uns, dass die Marke so weiter wachgeküsst wird“, erklärt der jüngste Brandt durchaus selbstbewusst.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben