Meridian Stiftung

Metro-Großaktionär will Kretinskys Übernahmeangebot ablehnen

Für die Metro-Großmärkte zeichnet sich möglicherweise ein Eigentü,er-Wechsel ab.

Für die Metro-Großmärkte zeichnet sich möglicherweise ein Eigentü,er-Wechsel ab.

Foto: Lukas Schulze / FUNKE Foto Services

Gegenwind für Milliardär Kretinsky: Der Metro-Großaktionär Meridian Stiftung will das Übernahmeangebot ablehnen.

Essen. Bei seinem Versuch, den Düsseldorfer Handelskonzern Metro komplett zu übernehmen, bekommt der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky ersten Gegenwind. Der bislang zweitgrößte Aktionär, die Meridian Stiftung, will das Übernahmeangebot ablehnen, wie unsere Redaktion aus informierten Kreisen erfuhr. Der Stiftung sei der von Kretinsky vorgeschlagene Preis pro Aktie zu niedrig. Die Meridian Stiftung der Duisburger Händlerfamilie Schmidt-Ruthenbeck will sich dem Vernehmen nach aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen nicht vom Engagement bei der Metro trennen. Die Familie fühle sich dem Großhändler weiter verbunden, heißt es. Die Meridian Stiftung hält knapp 15 Prozent an dem Handelskonzern.

Metro- Kretinskys Übernahmeangebot ist zu gering Im November 1963 hatten die Duisburger Brüder Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck und Ernst Schmidt in Essen-Vogelheim den ersten Metro-Großmarkt mit Selbstbedienung eröffnet. Im Jahr darauf folgte der zweite in Mülheim-Dümpten. Danach stiegen auch der Mülheimer Otto Beisheim und die Duisburger Haniel-Gruppe ins Unternehmen ein. Das Erbe des am 13. Februar 2013 gestorbenen Kaufmanns Beisheim verwaltet die Beisheim Holding, die noch 6,56 Prozent an der Metro hält.

Ceconomy verkauft Metro-Anteil an Kretinsky

Die Holding-Gesellschaft EP Global Commerce, die Daniel Kretinsky mit seinem slowakischen Minderheitspartner Patrik Tkac führt, hatte am späten Freitagabend eine Offerte veröffentlicht, um die Metro komplett zu übernehmen. Sie beläuft sich auf 16 Euro für jede Stammaktie und 13,80 Euro für jede Vorzugsaktie. Zum Ende der vergangenen Woche war die Metro-Aktie mit 15,54 Euro aus dem Börsenhandel gegangen. Das Duisburger Familienunternehmen Haniel will den Kurs nach Angaben eines Sprechers vom Sonntag akzeptieren und sein restliches Metro-Aktienpaket von 15,2 Prozent an Kretinsky verkaufen. Haniel war mit mehr als 20 Prozent größter Gesellschafter des Handelskonzerns. Im August 2018 verkauften die Duisburger bereits 7,3 Prozent an Kretinsky.

Am Montag gab die Düsseldorfer Ceconomy AG, Holding der Elektronikketten Media Markt und Saturn, bekannt, dass sie ihren Metro-Anteil in Höhe von 5,4 Prozent an Kretinsky verkauft wolle. Zuvor hatte EP Global bereits 3,6 Prozent der Metro-Anteile von Ceconomy übernommen. Bis zur Abspaltung vor fast genau zwei Jahren waren Media Markt und Saturn Teil der Metro AG. Mit den Aktien von Haniel und Ceconomy hält Kretinsky nun mehr als 30 Prozent der Anteile an der Metround muss deshalb den übrigen Aktionären ein Angebot zur Komplettübernahme der Metro machen.

Anlegerschützer raten von Aktienverkauf ab

Der Vorstand um seinen Vorsitzenden Olaf Koch hatte bereits am Sonntag deutlich gemacht, dass er die Offerte für zu gering halte. Würden alle Aktien auf Basis der Preise getauscht, die EP Global Commerce vorschlägt, hätte die Metro AG nur einen Börsenwert von 5,8 Milliarden Euro.

Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät von einem Verkauf der Metro-Aktien ab. „der mittlere Wert von Metro nach den klassischen Bewertungsmethoden laut Handelsgesetzbuch“ müsse „weit über dem Angebotspreis liegen“, sagte Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der DSW.

Unklar blieb auch am Montag, warum Kretinsky nach dem Großhändler greift. Als Medienunternehmer gehören dem Tschechen Anteile an der französischen Tageszeitung Le Monde und an den Zeitschriften Elle und Marianne. Kretinsky ist Eigentümer des Energieversorgers EPH und übernahm von Vattenfall Braunkohle-Aktivitäten in Ostdeutschland.

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