Studie

Revier-Unternehmen leiden unter Trumps Handelskriegen

Daniel Dalter, neuer Firmenkundechef der Hypo-Vereinsbank in NRW.

Daniel Dalter, neuer Firmenkundechef der Hypo-Vereinsbank in NRW.

Foto: Hypo Vereinsbank

Essen.  Die Ruhrwirtschaft profitiert vom Auslandsgeschäft. Doch Handelsstreitigkeiten belasten vor allem den Mittelstand.

Es hat historische Gründe, dass die Hypo-Vereinsbank ihr stärkstes Geschäft in Norddeutschland und am Sitz in Bayern hat. Doch das soll sich ändern. „Wir sehen große Potenziale im Westen“, sagt Daniel Dalter, der neue Leiter des Firmenkundengeschäfts in NRW. Der 43-Jährige ist selbst Teil der Offensive, die Hypo-Vereinsbank-Vorstand Markus Beumer im Sommer im WAZ-Interview angekündigt hatte. Dalter, der in Oberhausen aufgewachsen ist, haben die Bayern von der Deutschen Bank abgeworben.

Die Hypo-Vereinsbank hat vor allem den Mittelstand in NRW im Blick. „Wir wollen das Spektrum unserer Firmenkunden vergrößern“, kündigt Dalter an. Daher habe man auch die Firmenkundenteams an den sechs Standorten Düsseldorf, Köln, Siegen, Münster, Dortmund und Bielefeld verstärkt. Aus einer aktuellen Studie weiß die Bank, dass die Internationalisierung für die Firmen eine immer größere Rolle spielt und sie bei ihren Geschäften im Ausland Hilfestellung der Geldinstitute brauchen. Dabei geht es vor allem um die Absicherung gegen Handels- und Währungsrisiken.

Jeder zweite Euro wird im Ausland verdient

„Insgesamt stehen im Ruhrgebiet rund 190.000 Arbeitsplätze direkt im Bezug zum internationalen Geschäft. Das entspricht jedem zehntem Arbeitsplatz“, sagt Dalter. Allein das Verarbeitende Gewerbe in der Region erwirtschafte rund 35 Milliarden Euro Umsatz im Ausland. „Damit wird im Verarbeitenden Gewerbe jeder zweite Euro im Ausland verdient.“

Nach Daten des Informationssystems Außenhandel NRW sind die Niederlande, Frankreich und Großbritannien die wichtigsten Exportmärkte der Unternehmen in NRW. „Osteuropa gewinnt an Bedeutung“, sagt Dalter. In den vergangenen Jahren verzeichneten vor allem Ungarn und Rumänien ein sattes Plus von 7,5 bzw. 10,3 Prozent.

Trotz wachsender Bedeutung des Außenhandels beobachtet die Hypo Vereinsbank wegen der Handelsstreitigkeiten, die US-Präsident Donald Trump angezettelt hat, und des Brexit eine zunehmende Verunsicherung in den Unternehmen. „Die Kunden sprechen uns viel aktiver an. Banken sind stärker gefordert als in der Vergangenheit“, erklärt Dalter. Nicht nur große Konzerne , sondern in wachsendem Maße auch Mittelständler nutzten Sicherungsinstrumente zur Minimierung von Risiken wie Zahlungsausfälle und Stabilisierung der Lieferketten. „Die Kursschwankungen sind manchmal so groß, dass das Währungsrisiko schon einmal die Marge des Handels kosten kann“, so Dalter.

Trotz aller Unsicherheit geht der Banker davon aus, dass die Internationalisierung fortschreite. Dalter: „Daran wird kein Unternehmen vorbeikommen. Auch durch die Digitalisierung, welche die Einbindung von ausländischen Kunden und Lieferanten in die eigenen Wertschöpfungsketten erleichtert und so die Internationalisierung beschleunigt.“

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