Fusionskontrolle

Stahlfusion Thyssenkrupp-Tata: Entscheidung verzögert sich

Auch der wichtige Thyssenkrupp-Stahlstandort in Duisburg soll Teil des fusionierten Konzerns werden.

Auch der wichtige Thyssenkrupp-Stahlstandort in Duisburg soll Teil des fusionierten Konzerns werden.

Foto: dpa

Essen.   Thyssenkrupp und Tata bekommen in den Verhandlungen mit den EU-Wettbewerbshütern mehr Zeit. Frühestens Mitte Mai dürfte es Klarheit geben.

Zehntausende Beschäftigte der Stahlsparte von Thyssenkrupp bekommen voraussichtlich erst in etwa zwei Monaten Klarheit zur Zukunft ihres Unternehmens: Denn in den Verhandlungen mit der EU-Kommission zur geplanten Stahl-Fusion erhalten Thyssenkrupp und Tata mehr Zeit. Das Fusionskontrollverfahren soll nun zunächst um acht Werktage verlängert werden. Damit dürfte sich die Entscheidung der EU zur Stahlfusion bis mindestens Mitte Mai verschieben.

Die Kommission in Brüssel hatte Sorgen um den Wettbewerb in der europäischen Stahlindustrie erkennen lassen und klar gemacht, dass sie für eine Genehmigung der Pläne von Thyssenkrupp und Tata Zugeständnisse der Konzerne erwartet.

Im laufenden Fusionskontrollverfahren gebe es einen „konstruktiven Dialog“ mit der Kommission, betonte ein Thyssenkrupp-Sprecher. „Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass wir die Transaktion im Frühjahr abschließen können.“

Zweitgrößter Stahlkonzern in Europa nach ArcelorMittal

Entstehen soll Europas zweitgrößter Stahlkonzern nach ArcelorMittal mit rund 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. An der Spitze des neuen Gemeinschaftsunternehmens mit Sitz in der Region Amsterdam soll der bisherige Thyssenkrupp-Stahlchef Andreas Goss stehen.

Im Zuge der Fusion könnten bis zu 4000 Arbeitsplätze in der Verwaltung und in der Produktion abgebaut werden – jeweils zur Hälfte bei Thyssenkrupp und Tata. Auch die Stahlstandorte in Duisburg, Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen sollen Teil von Thyssenkrupp Tata Steel werden.

IG Metall warnte vor zu großen Zugeständnissen

Die IG Metall hatte vor zu großen Zugeständnissen an die EU-Wettbewerbshüter gewarnt. „Eine Fusion um jeden Preis ist mit uns nicht zu machen“, sagte Markus Grolms, der die Gewerkschaft im Thyssenkrupp-Aufsichtsrat vertritt. „Wir hatten für uns immer eine rote Linie mit Blick auf das Fusionskontrollverfahren definiert. Wird die überschritten, gibt es von uns keine Zustimmung mehr.“

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff betonte unlängst, die Stahlfusion stehe in keinem Zusammenhang mit der geplanten Zweiteilung von Thyssenkrupp in die Unternehmen Materials und Industrials.

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