Picnic

Wie der Online-Supermarkt Picnic im Ruhrgebiet wächst

Frederic Knaudt ist Mitgründer des Lebensmittel-Lieferservice Picnic.

Frederic Knaudt ist Mitgründer des Lebensmittel-Lieferservice Picnic.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Essen.  Der Online-Supermarkt Picnic wächst weiter im Ruhrgebiet: Ein Lager ist in der Planung. Jeder zehnte Haushalt in den Städten sei bereits Kunde.

Der Online-Supermarkt Picnic setzt seine Expansion im Ruhrgebiet fort. Seit dem Start im Juni in Bochum hat das Start-up-Unternehmen nach eigenen Angaben schwerpunktmäßig für die Liefergebiete Bochum, Moers, Essen, Gelsenkirchen und Duisburg mehr als 500 neue Mitarbeiter eingestellt.

Die Nachfrage nach gelieferten Lebensmitteln bei Verbrauchern ist im Ruhrgebiet offenbar groß. Seit Juni hätten sich bereits mehr als zehn Prozent der Haushalte in den jeweiligen Regionen bei Picnic angemeldet, teilt das Unternehmen mit. Täglich gewinne der Online-Supermarkt bis zu 500 neue Kunden hinzu. Um die Bestellungen abarbeiten zu können, plant Picnic im Ruhrgebiet den Bau eines zusätzlichen Lagers, das die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze noch einmal „deutlich erhöhen“ werde, heißt es. Über den Standort sei noch nicht entschieden.

55 Elektro-Lieferwagen im Ruhrgebiet unterwegs

„Das Ruhrgebiet war für uns ein großer Schritt“, sagt Picnic-Mitgründer Frederic Knaudt. „Es gab hier bisher keinen anderen Online-Lieferdienst, der gratis liefert“, betont er. Er wolle für die Region „einen wichtigen Beitrag“ leisten – auch für den Klimaschutz. Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs liefern im Ruhrgebiet 55 Elektrofahrzeuge aus, die Picnic selbstständig entwickelt hat.

Nach Unternehmensangaben haben die Vans allein in den letzten fünf Monaten im Revier rund 200.000 Kilometer an Verkehr eingespart, den Kunden bei Fahrten zu stationären Supermärkten ansonsten mit dem Auto zurückgelegt hätten. Das entspreche einer Vermeidung von über 40 Tonnen Kohlendioxid, rechnet Picnic vor. Darüber hinaus wirbt der Lieferdienst mit Zeitersparnis. Eine Studie hatte ergeben, dass Verbraucher in Deutschland im Schnitt 20 Arbeitstage damit verbringen, Lebensmittel einzukaufen.

Picnic ist in den Niederlanden inzwischen eine bekannte Marke. 2018 gehörte Frederic Knaudt zu den Gründern, die den Online-Supermarkt nach Deutschland brachten. In Düsseldorf und am Niederrhein gestartet, sind nach Angaben des Unternehmens inzwischen mehr als 60.000 Kunden bei Picnic registriert. Ende Juni hatte die Edeka-Regionalgesellschaft Rhein-Ruhr ihren Anteil an Picnic von 20 auf 35 Prozent aufgestockt. Aus dem Zentrallager der Edeka in Moers kommt ein Großteil der Lebensmittel und Drogerieartikel, die über die Online-Plattform zu bestellen sind. Ab einem Mindestbestellwert von 25 Euro liefert Picnic gebührenfrei – nach dem Milchmann-Prinzip: einmal täglich. Die Uhrzeit erfährt man per App.

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