Tourismus

Wirtschaftsminister Duin: "Tourismus kein Nischenprodukt"

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) unterwegs in der Atta-Höhle in Attendorn.

Foto: Funke Foto Services

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) unterwegs in der Atta-Höhle in Attendorn. Foto: Funke Foto Services

Attendorn.   NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin: Tourismus ist wichtiger Wirtschaftsfaktor. Einheimischen sind die Schätze vor der Haustür zu wenig bewusst.

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NRW zählt zu den beliebtesten deutschen Reisezielen für einen Kurzurlaub. Bundesweit belegt das Land hinter Bayern Platz zwei. Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) besucht auf seiner Sommerreise die Sehenswürdigkeiten mit den meisten Besuchern. Am Dienstag hat der 48-Jährige Station in der Atta-Höhle gemacht. Jährlich besichtigen mehr als 350.000 Gäste die unterirdische Wunderwelt.

Welche Erwartungen haben Sie an den Besuch der Atta-Höhle?

Garrelt Duin: Endlich Gewissheit über den Unterschied von Stalagmiten und Stalaktiten zu haben. Das vergesse ich immer wieder.

Welche drei Orte muss jeder Gast in NRW besucht haben?

Duin: Mit seinen Städten und Naturlandschaften bietet das Land für jeden Gast das passende Ausflugsziel.

Letztlich hat er die Qual der Wahl, ob er eine der UNESCO-Welterbestätten besuchen will, zu Fuß oder mit dem Rad die Natur genießen oder an städtischen Events teilhaben möchte.

Ihr Tipp?

Duin: Ich persönlich empfehle Wandern entweder im Sauerland oder am Teutoburger Wald und eine Radtour entlang der Ruhr.

Wird der Tourismus als Wirtschaftsfaktor unterschätzt?

Duin: Die Zeiten, in denen der Tourismus ein Nischenprodukt war und als Wirtschaftsfaktor nicht wahrgenommen oder sogar belächelt wurde, sind vorbei.

Wie kommen Sie darauf?

Duin: Die jüngste Studie Wirtschaftsfaktor Tourismus in NRW von DIW econ und der Fachhochschule Westküste beweist: Der Tourismus ist ein Wachstumsmotor, der für Einkommen und Arbeitsplätze sorgt. Gäste nehmen in NRW jährlich Güter und Dienstleistungen von mehr als 41 Milliarden Euro in Anspruch. Von dieser Umsatzstärke profitieren auch andere Branchen wie Handel und Handwerk.

Hoteliers beklagen die Dokumentationspflicht der Arbeitszeit ihrer Beschäftigten. Berechtigt?

Duin: Arbeitsschutz ist ein hohes Gut. Überlange Arbeitszeiten und fehlende Ruhepausen können Gesundheit und Motivation der Beschäftigten ernsthaft gefährden. Die Unternehmen haben hier eine Fürsorgepflicht, die ihnen selbst zu Gute kommt. Für die Prüfung von Betrieben durch die Arbeitsschutzbehörden brauchen wir eine Arbeitszeitdokumentation.

Auch um die Einhaltung des Mindestlohngesetzes zu kontrollieren benötigen wir Aufzeichnungspflichten. Nur wenn wir die realen Arbeitszeiten haben, können wir den realen Stundenlohn ermitteln. Und nur so kann der Mindestlohn wirken. Das ist unabhängig von der Branche.

Warum ist es so schwer, Stellen im Hotel- und Gaststättengewerbe zu besetzen?

Duin: Das extrem personalintensive Hotel- und Gastgewerbe mit seinem hohen Anteil dual ausgebildeter Fachkräfte, den besonderen Anforderungen an die Mitarbeiter und seinen vielen Kleinbetrieben steht vor besonderen Herausforderungen. Schichtdienst, Nachtdienst sowie die Arbeit an Feiertagen und Wochenenden machen es dieser Branche schwer, Fachkräfte zu gewinnen. Deshalb ist es wichtig, dass Hotellerie und Gastronomie intensiv für ihre Berufe werben. Denn der Tourismus ist eine attraktive Branche, die gute Beschäftigungs- und Aufstiegschancen bietet. Das zeigen die knapp 1,8 Millionen Beschäftigten und die 63 000 Auszubildenden.

Wissen die Menschen, welche Schätze vor ihrer Haustür liegen?

Duin: Das Bewusstsein der einheimischen Bevölkerung, dass NRW ein attraktives Urlaubsland ist, kann sicherlich noch geschärft werden. Die neue Broschüre „DEINNRW – Entdeckermomente“ soll helfen, mehr Lust auf das Land zu wecken und das Image zu verbessern.

Welche drei kulinarischen Spezialitäten aus NRW darf sich niemand entgehen lassen?

Duin: Ich mag den westfälischen Pickert. Den hat mir schon ganz früh meine Oma gemacht. Zweitens gibt es in Bochum die beste Currywurst der Welt. Und die Westfalen mögen mir verzeihen: Ich trinke gern Kölsch.

Was vermisst der Ostfriese in NRW?

Duin: Gelegentlich das Meer. Aber über die A 31 ist man schnell mal da. Ansonsten ist insbesondere das kulturelle Angebot in NRW unschlagbar.

Wohin geht Ihr nächster Kurzurlaub in NRW?

Duin: Im Spätsommer geht es mit der Familie nach Lippe, insbesondere Lemgo, Geburtsort meiner Mutter. Ein Wochenende im Advent in Schmallenberg ist fest eingeplant.

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