Mahlzeit

Dixon’s Kitchen in Dortmund – Indisch für Fortgeschrittene

Puttu: Das ist zu Rollen geformtes Reismehl, das dampfgegart und mit Kokosraspeln ummantelt wird. Dazu: Currys.

Puttu: Das ist zu Rollen geformtes Reismehl, das dampfgegart und mit Kokosraspeln ummantelt wird. Dazu: Currys.

Foto: mar

Dortmund.   Indische Restaurants sind im Ruhrgebiet leider selten. Die Speisekarten sehen sich meist ähnlich. Anders ist da Dixon’s Kitchen in Dortmund.

Was ich bei Dixon’s Kitchen in Dortmund probieren durfte, habe ich in der Kombination auch noch nicht bei Indern in Berlin oder München gegessen. Eigentlich müsste man sich ja wundern, dass die indischen Speisekarten hierzulande die immer gleichen, (wenn auch leckeren) Gerichte wie „Palak Paneer“ anbieten. Als ob es nichts anderes gäbe. Was heißt bei einem so großen Land wie Indien schon „indisches Essen“? Man denke allein an die Vielfalt in der deutschen Küche: von Hamburger Pannfisch bis Eisbein mit Sauerkraut.

Bei Dixon’s Kitchen kann man also nicht so bekannte Gerichte bestellen, als vegetarische sowie vegane Variante oder mit Huhn, Lamm, Fisch oder sogar Rind. Ich nehme „Puttu“ ohne Fleisch (7,40 €). Das ist zu Rollen geformtes Reismehl, das dampfgegart und mit Kokosraspeln ummantelt wird. Dazu gibt es drei Currys, mal mit Kichererbsen, mal mit Kartoffeln – jedes ist anders gewürzt. Und alle sind gut gemacht.

Kokos, Zwiebeln und Paprika - das passt!

Das Gericht wird, zugegeben, nicht mein Lieblingsessen. Aber ich freue mich, etwas Neues probieren zu dürfen. Besonders der Dip ist ein unerwartetes Geschmackserlebnis: Kokos, Zwiebeln und grüne Paprika. Wer hätte gedacht, dass das so gut zusammenpasst? Das Originalrezept sieht eigentlich nicht Paprika, sondern Chilis vor, so die freundliche Kellnerin: „Das kann man auch richtig scharf machen, aber nicht für hier“, sagt sie und macht eine ausladende Handbewegung, die wohl ganz Deutschland einbeziehen soll.

Meine Begleitung wählt „Puttu Kotthu“ mit Rind (8,90 €). Hier wurde das Reismehl zusammen mit Rührei, Zwiebeln und Peperoni auf einer heißen Platte gehackt. Für meinen Geschmack ist das Gericht etwas salzig, aber meine Begleitung ist zufrieden.

Besonders leckeres Mango-Lassi

Ich trinke Mango-Lassi (0,2 l, 2,70 €). Vertraut und trotzdem einzigartig. Denn das ist das beste Lassi, das ich je genossen habe. Die leichte Säure des Joghurts, das fruchtige Aroma der Mango – wunderbar. Und es ist frisch zubereitet, das schmeckt man. Meine Begleitung probiert das Vita-Lassi (0,2 l, 2,90 €) mit Karotten und Kiwi, Bananen und Minze. Klingt ungewöhnlich, fast gewöhnungsbedürftig, können wir aber ebenfalls empfehlen. Und so bestellen wir statt eines Desserts – die Auswahl aus Eis und Sorbet zu Früchten lockt uns nicht so sehr – „Bitte noch ein Lassi!“

Dixon’s Kitchen, Kleine Beurhausstr. 8, Dortmund, Mo. Ruhetag 0231/16 71 72 16, facebook.com/Dixonindiankitchen

Küche: Es gibt Tikka und Tandoori, aber auch eher unbekannte indische Gerichte, wie Pfannkuchen aus Urid-Linsen-Teig. Veganer werden hier glücklich!

Ambiente: Das Lokal verzichtet auf Folklore-Kitsch. Es gibt lediglich dezente Tischdekoration sowie Schwarz-Weiß-Fotos etwa von Gandhi oder Mutter ­Teresa.

Service: Hier bleibt keine Frage nach den Zutaten der Gerichte, die aus ganz Indien kommen, unbeantwortet. Die Speisen werden zügig serviert.

Preise: Sehr günstig. Die meisten Hauptgerichte unter 10 €. Vorspeisen: ab 1,30 €. Die Getränke sind vergleichsweise teuer: Gewürztee mit Milch (2,90 €)

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