Mahlzeit

„Sham“ in Duisburg – Ein Restaurant wie ein Lichtblick

Bei der Hauptspeise „Maklube“ geben Mandeln und Pinienkerne eine nussige Note.

Bei der Hauptspeise „Maklube“ geben Mandeln und Pinienkerne eine nussige Note.

Foto: Maren Schürmann

Duisburg.   Dieses Mal durften wir eine hierzulande noch recht unbekannte Küche kennenlernen, im syrischen Restaurant Sham in Duisburg. Eine Entdeckung!

Wir starten mit einer würzigen Linsensuppe, die als gelungener Gruß aus der Küche kommt. Als Vorspeise bestelle ich von der kleinen, wöchentlich wechselnden Karte den Salat Tabouleh (3,50 €): viel frische Petersilie, ein paar Tomatenstücke und nur wenig Bulgur – perfekt mit Zitrone abgeschmeckt.

Bei der Hauptspeise Maklube (14,50 €) wird der Reis von den Auberginenscheiben zusammengehalten. Auf diesem Päckchen thront Hackfleisch. Geröstete Mandeln sowie Pinienkerne geben eine nussige Note. Dazu in Schalen: Tomatensalat und ein milder Joghurt-Gurken-Dipp. So einfach, so gut! Ebenso das Hähnchen aus dem Ofen (13,50 €), das mit Kartoffeln, Champignons und Auberginen serviert wird sowie sauer eingelegtem Rettich. Das Fleisch löst sich leicht von den Knochen und ist butterzart.

Pfannkuchen mit Pistazien

Weil der freundliche Kellner andere Gäste bedient, bringt uns Yamen Kadour die Nachspeisen. In Syrien war er als Jurist tätig, nach der Flucht macht er nun sein Hobby zum Beruf und kocht Gerichte aus der Heimat: Er serviert mir kleine lockere Pfannkuchen mit einer quarkähnlichen Füllung und Pistazien (3,50 €) – gut und nicht zu süß. Auch meine Begleitung sticht zufrieden mit dem Löffel durch gezuckerte Fadennudeln in den fadenziehenden Käse (3,50 €).

Die Räume des Restaurants gehören eigentlich zu „Lebens-Wert“ – einem Hilfsprojekt für Bedürftige, in dem sich auch Migranten aus Syrien engagieren. Tagsüber ist es das „Café offener Treff“, geleitet von Pater Tobias, Pastor der Katholischen Gemeinde Herz-Jesu. Jeden Mittag wird dort ein Gericht angeboten, meist deutsche Hausmannskost. Wer einen Ausweis vom Projekt „Lebens-Wert“ hat, bekommt das Essen zum günstigeren Preis, Obdachlose erhalten die Speisen kostenlos (sozial-cafe.de).

Am Wochenende verwandelt sich das Lokal ins „Sham“

Und jeden Freitag- und Samstagabend verwandelt sich der Treff schließlich in das Restaurant „Sham“ – übersetzt aus dem Arabischen bedeutet der Name übrigens: „strahlendes Licht“.

Küche: Syrische Küche, schön würzig und mit vielen frischen Kräutern, nicht zu scharf. Allerdings: kein vegetarisches oder veganes Hauptgericht.

Ambiente: Tische mit weißen Decken und roten Kerzen. Die Lampen an der Decke scheinen etwas hell. Vom Fernseher kommt leise arabische Musik.

Service: Wer Nachschlag möchte, kann sich an den freundlichen Kellner wenden. Angenehme Wartezeiten. Nichts für Gäste, die es sehr zackig mögen.

Preise: Wo bekommt der Gast sonst eine Vorspeise für nur 3,50 €? Und auch die zwei Hauptgerichte sind sehr fair berechnet. Wein: 0,2 l für 4,50 €.

Sham, Holtener Str. 176, 47167 Duisburg, fr. und sa., 18 - 22 Uhr,

Tel: 0203/44 98 96 72; facebook.com/CafeOffenerTreffmitHerz

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