Großeltern

Zum Omatag – Wie Großeltern heute für die Familie da sind

Luke und Devon kennen ihre Großeltern fast nur auf dem Computerbildschirm. Sie skypen mit  Opa Syd und Oma Ann in Neuseeland.

Luke und Devon kennen ihre Großeltern fast nur auf dem Computerbildschirm. Sie skypen mit Opa Syd und Oma Ann in Neuseeland.

Foto: Funke Foto Services

Essen.   Sie chatten am Computer, sie sprechen mit ihren Enkeln auf Augenhöhe, sie stehen viel mehr im Leben als frühere Generationen – Omas und Opas erzählen.

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In vielen Ländern, wie in den USA, Polen und Frankreich, gibt es den Omatag. Seit zwei Jahren wird die Großmutter auch hierzulande geehrt: am zweiten Sonntag im Oktober, also am 11. Oktober in diesem Jahr. Wer hat diesen Tag eigentlich erfunden? Und warum wird nicht gleich auch der Opa geehrt? Denn ob Großmutter oder -vater, die ältere Generation nimmt ihre Rollen sehr ernst: Sie wollen für Kinder und Enkelkinder eine Stütze sein.

Dabei sind die Großeltern von heute nicht mehr das, was sie früher einmal waren: Die Oma mit grauem Dutt und Stopfzeug in der Hand, die auf dem Schaukelstuhl sitzend den Kindern Ratschläge erteilt, sieht man nur noch in Märchenbüchern. Die Oma heute schickt ihren Enkeln eine Nachricht über das Handy, geht zum Konzert der Rolling Stones und macht Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff. Was die Oma früher ausgemacht hat, ihre Lebensklugheit und Gelassenheit, zeichnet aber auch heute noch viele Großmütter aus.

Die Großeltern im Deutschland von heute haben den größten Teil ihres Lebens (oder eben das gesamte Leben) in Frieden verbracht – sie haben eine höhere Lebenserwartung als jede andere Generation zuvor. Ein Lebensdrittel liegt noch vor ihnen, das in vollen Zügen genossen werden will. Viele empfinden ihre Enkelkinder als Bereicherung.

Wer heute zwischen 65 und 85 ist, verbringt durchschnittlich 15 Stunden pro Woche damit, die erwachsenen Kinder im Haushalt und bei der Betreuung der Enkelkinder zu unterstützen. 77 Prozent der Großeltern betreuen laut Studien ihre Enkel zumindest gelegentlich.

Die Anzahl der Kinder je Frau liegt in Deutschland bei 1,38. So haben auch nicht alle Großeltern wie einst viele Enkelkinder oder Urenkel. Häufig konzentrieren sich zwei Omas und Opas auf ein Enkelkind. Sie geben Halt, ermöglichen einen anderen Blick auf die Welt und erzählen von früher.

Omas und Opas springen in der Not ein

Großeltern haben trotzdem an Wichtigkeit zugenommen, nicht zuletzt durch die Emanzipation: Längst ist es üblich, dass beide Elternteile zumindest in Teilzeit erwerbstätig sind, weshalb man stärker auf die Großeltern angewiesen ist. Sie haben nicht wie Kitas „Öffnungszeiten“, springen sogar spät abends ein, wenn die Eltern Schichtdienst haben. Da viele von ihnen einen Führerschein besitzen, ersetzen sie das „Mama-Taxi“, holen Enkelkinder von der Schule ab, bringen sie zum Training, bevor sie sich selbst mit Sport fit halten.

Die Großeltern sind die Feuerwehr in der Not. Besonders beim Kita-Streik in den vergangenen Monaten hätten viele Eltern nicht gewusst, was sie ohne ihre eigenen Eltern machen sollen: Die Großeltern sind da, wenn es brennt.

Wir stellen auf diesen Seiten Großmütter und -väter von heute vor, die unterschiedlich ihre Rollen ausfüllen. Was sie verbindet: die Liebe zu ihren Enkeln. Eine der hier porträtierten Omas, Erika Küpper, erinnert sich daran, wie es war, als sie selbst als Enkeltochter ihre geliebten Großeltern besuchte: „Auf dem Schoß sitzen und sich geborgen fühlen.“

Opa ist der beste Spielkamerad – Auf Augenhöhe mit den Enkeln 

Viele Großeltern sind längst nicht mehr die altehrwürdigen Respektspersonen der Vergangenheit. Sondern sind sich nicht zu schade, mit ihren Enkeln auf Augenhöhe die Welt zu erschließen. Einer von ihnen ist Dieter Golombek (74), der sich mit seiner Frau an der Gesellschaft der beiden Enkel Johanna (5) und Samuel (7) erfreut, wenn der alleinerziehende Sohn Entlastung braucht. Wir sprachen mit ihm über moderne Opas, die Wichtigkeit von Grenzen und die Ansteckungskraft von Lebensfreude.

Hat sich die Mentalität der Großeltern von heute verändert?

Golombek: Früher waren Großeltern alt, wenn man das so plakativ sagen möchte. Heute sind sie eher noch jung, leben mitten unter den Menschen, nehmen am Geschehen teil. Ein weiterer Unterschied betrifft die körperliche Fitness. Ich spiele zweimal in der Woche Tennis, ich kann mit meinen Enkeln auf dem Rasen herumtollen. Und ich bin eben nicht – wie früher die Großeltern – in der Rolle der Belehrungsperson, die sagt: Großvater erklärt Dir mal die Welt. Ich bedränge sie nicht mit meinen Weisheiten.

Was tun Sie stattdessen?

Für mich ist das Wichtigste, diese Balance zu halten zwischen Augenhöhe und Autorität. Ich muss versuchen, mit meinen Enkeln auf eine Augenhöhe zu kommen, um mit ihnen Gespräche führen zu können. Obwohl ich ihnen nicht dauernd die Welt erklären möchte, muss ich in Situationen, in denen es drauf ankommt, sagen können: So geht das nicht. Allerdings sollte man insgesamt nicht zu viel erziehen wollen.

Hätten Sie einen Ratschlag für angehende Großeltern?

Man sollte ganz natürlich sein und nicht mit den Kindern Sachen anfangen, die einem keinen Spaß machen. Meine Stärken etwa liegen im Spielen. Ich spiele gern mit ihnen und ich erfinde auch Spiele für sie, gerade auch Ballspiele wie Zielwerfen mit Tennis- oder anderen -bällen. Andererseits lese ich nicht so gerne vor. Ich erzähle lieber selbsterfundene Geschichten. Das hat auch etwas Inspirierendes für die Enkel. Wir hatten eine Zeit lang das Spiel, dass wir uns unsere Träume erzählen. Da habe ich von meinem Traum berichtet und ihn ausgeschmückt – und dann haben die beiden Kleinen auch ihre Geschichten erzählt. Die waren genauso versponnen wie meine. Gut bin ich wieder im Reden mit den Kindern, da bin ich auch oft provozierend, bin frech zu ihnen und genieße eben dann auch ihre Schlagfertigkeit. Aber der wichtigste Ratschlag: Man muss die Kinder liebhaben und sie so annehmen, wie sie sind.

Haben Sie das schon anders erlebt?

Was ich hasse, das sind Eltern, die sich über ihre Kinder lustig machen. Es gibt auch Großeltern, die das tun. Aber das ist ein generelles Erziehungsproblem. Manche sind so peinlich, dass sie in Gegenwart der Kinder abfällig über sie reden: „Und stell dir vor: Das kann er noch nicht, und da hat er daneben gelangt.“ So etwas macht man nicht. Man macht das nicht mit normalen Erwachsenen – und das darf man mit Kindern erst recht nicht machen.

Gab es Momente, in denen Ihre Enkel Ihnen neue Perspektiven eröffnet haben?

Ja, es ist diese Bereitschaft, sich naiv zu freuen über viele Dinge. Als Erwachsener ist die eigene Lebensfreude doch etwas gedämpfter, weil man eben seine Lebenserfahrung hat. Kinder hingegen können sich bedenkenlos freuen, sie sehen ja nur die Situation, die sie jetzt als schön empfinden. Und diese Freude kann dann sehr ansteckend sein.

Zur Person:

Dieter Golombek (74) ist Erfinder des Deutschen Lokaljournalistenpreises, er hat vier Kinder und fünf Enkel. Über die jüngsten, Johanna (5) und Samuel (7) schreibt er Kurzgeschichten, die er ihnen mit auf den Lebensweg geben will.

Großeltern nehmen sich die Zeit und sind gelassener 

„Eine Kugel Schokolade und eine Kugel Vanille, bitte“, bestellt Erika Küpper. Darf es noch Erdbeer sein? Zitrone? Wenn Jannes Eis verkauft, das nur in seiner Fantasie existiert, dann kann das schon mal eine Stunde lang dauern. Zeit, die die berufstätigen Eltern nicht immer haben. Zeit, die sich die 65-jährige Oma nehmen kann – und gerne nimmt für ihren dreijährigen Enkel.

Als Erika und Wilfried Küpper erfuhren, dass sie Großeltern werden, dachte der frischgebackene Opa mit Freude: „Wird auch langsam Zeit!“ Sein Sohn und seine Schwiegertochter waren da um die 30. Heutzutage ist das kein ungewöhnliches Alter: Frauen in Deutschland bekommen durchschnittlich mit 29 Jahren ihr erstes Kind, bei Akademikerinnen liegt der Schnitt bei 33 Jahren. Wenn sie überhaupt Nachwuchs bekommen. Und da muss sich die Großeltern-Generation gedulden, bis das erste – und oft auch einzige – Enkelkind da ist.

Die Familie wohnt zwar nicht wie bei Wilfried Küpper früher zusammen unter einem Dach, aber alle in Essen. Wenn sich die Arbeitszeiten der Eltern überschneiden, dann holen die Großeltern den Kleinen von der Kita ab. Wird Jannes krank, sind Oma und Opa diejenigen, die einspringen. „Wenn wir nicht wären, könnten die beiden nicht so arbeiten“, sagt Erika Küpper. Sie selbst war auch berufstätig, als ihr Sohn klein war. Als Angestellte der Stadt baute sie die Familienzentren in Düsseldorf mit auf. Und ihre Mutter kümmerte sich früher um den Sohn wie sie sich heute um den Enkel.

„Es hat sich nicht viel geändert“, sagt Erika Küpper. So gerne sie für Jannes da ist, sie wünscht sich, dass Firmen endlich flexibler werden, damit Familie und Beruf besser zu vereinbaren sind. Kita und Offener Ganztag in der Grundschule könnten das nicht auffangen. Und nicht jeder habe das Glück, Großeltern in der Nähe zu haben.

Als Vorsitzende des Vereins „Borbecker Netzwerk Kindergesundheit“ und als ehrenamtliche Bezirksbeauftragte für Kinder- und Jugendliche in Groß-Borbeck kennt sie Alleinerziehende, die ohne eine Großmutter den Alltag nicht bewältigen würden. In schwierigen Situationen könnte eine Oma Nähe geben, ein Kind fürs Leben stärken.

Die Ruhe des Großvaters

Der Polizeibeamte Wilfried Küpper genießt heute wie seine Frau den Ruhestand: „Großeltern sind gelassener“, sagt der 66-Jährige. Wenn sie nicht mehr im Beruf seien. „Ich habe bei unserem Sohn bestimmte Phasen längst nicht so miterlebt wie bei Jannes.“ Heute pflückt er mit seinem Enkel im Garten in aller Ruhe Beere für Beere.

„Viele Eltern meinen, ein perfektes Kind haben zu müssen“, sagt Erika Küpper. „Es ist eine Aufgabe von Großeltern, zu entschleunigen.“ Das ist Küppers Vorstellung vom „Verwöhnen“, für das Großeltern ja auch da sind. Verwöhnen mit Geduld und Geborgenheit, nicht mit Geschenken. Und dann kommt etwas zurück. Erika Küpper: „Mit wie viel Vertrauen sich ein Kind anschmiegt, das berührt einen schon.“

Das Erziehen sei Aufgabe der Eltern. Obwohl? „Wir wissen ja vieles viel besser“, sagt Wilfried Küpper und lacht. Nein, da müsse man sich zurückhalten, den Kindern ihren eigenen Weg gehen lassen.

Nun waren Oma, Opa und Enkel das erste Mal zu dritt im Urlaub in den Niederlanden. Wenn Jannes um halb 8 in der früh angekrochen kommt, sei das schon schön: Oma! Ich bin wach! Ich will etwas unternehmen! „Als Großeltern haben wir einen großen Vorteil“, ergänzt Wilfried Küpper schmunzelnd: „Wir können das Kind wieder abgeben.“

Die Oma aus dem Computer - Wenn Großeltern skypen 

Sechs Monate war Luke alt, als er Neuseeland verließ. Er stieg mit seinen Eltern in das große Flugzeug und reiste um die halbe Welt in seine neue Heimat nach Deutschland. Für Oma Ann und Opa Syd Andrews ein tränenreicher Abschied.

Heute ist er sechs Jahre alt, spricht mit einer Selbstverständlichkeit mit seinen Großeltern über Skype, als säßen sie neben ihm auf der Couch.

„Wo ist Maus?“, fragt er seine Oma, die den kleinen Kuscheltier-Kameraden auch gleich hervorholt und in die Laptop-Kamera winken lässt. „Wie alt ist Maus eigentlich?“, will der Sechsjährige wissen. „Neunzehn“, antwortet Oma Ann und lacht. Plötzlich erscheint ein zweites Mausegesicht auf dem Bildschirm. „Sind die verheiratet?“, will sein kleiner Bruder Devon wissen und vergräbt verschämt sein Gesicht in der Decke auf dem Sofa. „Nein, das sind Brüder, wie ihr“, erklärt ihm seine Oma belustigt.

Besuch nach drei Jahren

Im nächsten Jahr wollen die Andrews ihre Enkel wieder besuchen. Das letzte Mal waren sie vor drei Jahren in Duisburg. Die Flüge sind teuer und lang. Doch immer nur über den Computer zu kommunizieren, ist zu wenig: „Es ist nicht dasselbe wie echter Kontakt“, so die Großmutter. Sie findet es aber gut, dass es Programme wie Skype gibt, um sich nicht nur zu hören, sondern auch an der Entwicklung der Enkel teilzuhaben.

Insbesondere auf Facebook ist sie häufig, um sich Bilder und Posts anzusehen. Einer ihrer Enkel wohnt in Australien und ist in dem sozialen Netzwerk mittlerweile mit einem eigenen Profil aktiv. „Facebook vermittelt ein Gefühl der Verbindung, es ist unschätzbar wertvoll“, sagt sie. Ihr sei das Herz aufgegangen, als sie das Bild von Luke während einer Schulaufführung gesehen habe, während ihm sein kleiner Bruder im Publikum zuwinkt. Opa ist nicht auf Facebook, schaut aber häufiger mal in den Account seiner Frau hinein. Er kommuniziert neben Skype viel über E-Mail.

Die Schwierigkeit moderner Großeltern besteht nicht nur in den großen Distanzen, die immer häufiger zwischen ihnen und ihren Familien liegen. Auch die Zeit für die Enkel ist mitunter weniger geworden. „Die meisten Großeltern arbeiten noch“, sagt die Neuseeländerin. Die 60-Jährige ist als Lehrerin tätig, so bleibt auch für ihre beiden Enkelinnen, die in Neuseeland wohnen, weniger Zeit, als ihre eigene Großmutter damals für sie hatte. Dafür sind die Momente, die man mit der Familie erlebt, dann immer einen kleinen Ticken besonderer: „Wir freuen uns schon sehr, die Jungs endlich wiederzusehen“, verrät sie. Ihren Urlaub bei den Enkeln verbinden sie mit einer Europa-Rundreise.

Pakete vom anderen Ende der Welt

Sie denkt viel an die Enkel, schaut sich oft ihre Bilder an und geht das ganze Jahr auf Shopping-Tour, um etwas für sie zum Anziehen zu kaufen. Das wird dann bei den Besuchen haufenweise mitgebracht, oder ihrem Sohn, der sie Anfang des Jahres besucht hat, mitgegeben. Ab und zu kommen auch Pakete vom anderen Ende der Welt. Leider brauchen diese meist einen Monat und länger. Da wird zu Geburtstagen oft auf die schnellere Banküberweisung zurückgegriffen.

Ihre zwei Enkelinnen in Neuseeland werden von den Großeltern häufig mit Süßigkeiten verwöhnt. „Sweets“ werden die beiden wohl auch im Gepäck haben, wenn sie 2016 nach Deutschland reisen. Eine Tradition, die nie vergeht. „Das kenn ich schon von meiner Oma“, sagt Ann Andrews – wer nicht?

Die geliehene Oma – Paten springen bei Alleinerziehenden ein 

Mit seinen großen dunklen Augen tastet der siebenmonatige Mohammed das Gesicht von Roswitha Haucke ab. Mit den Händen greift er nach ihrem Herzen – ein kleiner, goldener Aufnäher auf ihrem blauen Pullover. Sein Mund steht offen, aber kein Mucks ist zu hören. Wer diese beiden Menschen beobachtet, spürt die Nähe zwischen ihnen. Dabei könnte ihre Herkunft kaum unterschiedlicher sein: Mohammeds Mutter kam in Guinea zur Welt, Roswitha Haucke lebt in Mülheim. Die 75-Jährige ist nicht die richtige Oma des Babys, sie ist nur „geliehen“. Aber das scheint die beiden nicht zu interessieren, während sie sich mit den Augen festhalten.

Roswitha Haucke hat acht Enkelkinder und drei Urenkel. Aber keiner von ihnen lebt in ihrer Stadt. Früher hat sie sich um die Familie gekümmert und als Köchin in der eigenen Gaststätte gearbeitet. Im Ruhestand hat sie Zeit. „Da es mir so gut geht, wollte ich etwas zurückgeben“, erklärt sie ihr Engagement. Dann hörte sie von „Familienstart“ – einem Projekt in Mülheim, bei dem Ehrenamtliche junge Familien, besonders Alleinerziehende und deren kleine Kinder, unterstützen.

Bereits Mohammeds ältere Schwester, die heute zweieinhalbjährige Fanta, hat Roswitha Haucke mit zum Babyschwimmen genommen. Heute geht Fanta zur Tagesmutter. „Dann können wir uns nur am Wochenende sehen“, sagt Roswitha Haucke. Sie will sich nicht aufdrängen, aber sie ist da, wenn sie gebraucht wird. Die Mutter der Kinder versteht zwar Deutsch, aber nicht alles. Wenn ein komplizierter Brief von der Stadt ankommt oder der Kinderarzt etwas verschreibt, erklärt die „Leihoma“, was zu tun ist und füllt Formulare aus.

Sie bringt ihnen Deutsch bei

Roswitha Haucke möchte den Kindern die deutsche Sprache beibringen, ihnen ihre neue Heimat näherbringen und die Regeln, die hier gelten. Sie ist davon überzeugt: „Wenn wir die Kinder integrieren, ziehen wir die Eltern mit.“

Warum die Mutter der Kinder nach Deutschland gekommen ist, möchte die 27-Jährige nicht erzählen. Aber alleine die Frage danach, lässt das Lächeln aus ihrem Gesicht verschwinden. Roswitha Haucke schaut sie aufmunternd an: „Sie ist für mich fast wie eine Tochter.“ Dass die junge Frau ein anderes Verständnis von Pünktlichkeit habe, nehme sie mittlerweile etwas gelassener hin. „Ich erkenne, dass sie in einer anderen Welt groß geworden ist“, sagt die „Leihoma“ und fügt mit fester Stimme hinzu: „Die drei sind mir ans Herz gewachsen. Ich hab sie lieb.“

Paten-Projekte für Familien – Auch Opas sind gefragt

Für das Mülheimer Projekt „Familienstart“ engagieren sich Frauen und Männer – auch jüngere Erwachsene können Paten werden. Sie helfen jungen Familien, besonders alleinerziehenden Müttern und Vätern, etwa ein Jahr lang zu individuell vereinbarten Zeiten. Anne Genau koordiniert das Projekt: Tel.: 0208/ 300 08-0
www.caritas-muelheim.de

Eine ähnliche Hilfe, die bundesweit angeboten wird, bietet „Wellcome“. Christina Jansen koordiniert den Kontakt zwischen Familien und Ehrenamtlichen in unserer Region. Tel: 0211/ 930 73 221), wellcome-online.de

Andere Betreuungs-Angebote für Alleinerziehende, die auf ehrenamtliche Hilfe setzen, sind zum Beispiel „Lila Feen“ in Mülheim (Diakonie, Tel: (0208/ 3003-277) und in Essen: „Sonne, Mond & Sterne“. Bei diesem Modell-Projekt helfen „Kinderfeen“ den berufstätigen Alleinerziehenden und ergänzen so Kita und Offenen Ganztag. Kontakt: Marion Hering (Tel: 0201/82 774-72).

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