Campus Symposium

Al Gore spricht in Iserlohn - Medien unerwünscht

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Iserlohn. Die Öffentlichkeit soll nicht erfahren, was Al Gore beim Campus Symposium in Iserlohn zu sagen hat. Die Medien sind ausgeschlossen - wie so oft bei Auftritten des Friedensnobelpreisträgers.

Bis zu 200 000 Dollar kassierte er früher pro Vortrag. Inzwischen dürfte sein „Marktwert“ etwas gefallen sein. Und trotzdem: Al Gore wird für seinen Auftritt am kommenden Freitag beim Campus Symposium in der privaten Iserlohner Hochschule BiTS sicher einen satten fünfstelligen Euro-Betrag erhalten. Dennoch soll die Öffentlichkeit nicht erfahren, was der 45. Vizepräsident der USA im Sauerland zu sagen hat. Denn die Medien werden ausgeschlossen.

Die Vorgaben der Veranstalter sind eindeutig: „Aufgrund der Pressevorgaben unseres Hauptreferenten, Friedensnobelpreisträger Al Gore, müssen wir Sie darum bitten, das Vortragszelt nach fünf Minuten zu verlassen. Dies gilt ausnahmslos für alle Medienvertreter“, heißt es in einem Anschreiben, das alle angemeldeten Journalisten erhalten haben. Damit die Aktion das (zahlende) Publikum nicht belästigt, werden die Berichterstatter erstmals in der Geschichte des Symposiums in einem gesonderten Bereich des Zeltes platziert.

Arroganz der Macht?

Ein Novum ist Al Gores Verhalten in Iserlohn nicht. Regelmäßig schließt der Friedensnobelpreisträger, der mit dem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ vor dem Klimawandel warnte, die Medien von seinen Vorträgen aus oder verbietet ihnen, daraus zu zitieren.

Arroganz der Macht? Mag sein. Nicht einmal die ehemaligen Symposium-Referenten Bill Clinton und Kofi Annan haben die Pressefreiheit bei ihren Auftritten in Iserlohn derart mit Füßen getreten. Ausgeschlossen werden ja nicht nur die Medien, sondern damit zwangsläufig auch die Öffentlichkeit.

Al Gore geht es offenbar gar nicht um die Verbreitung von unbequemen Klima-Wahrheiten, sondern nur ums Geld. Die Presse wird verbannt, weil sie sonst berichten könnte, dass der ehemalige Vizepräsident in seinen Vorträgen einfach nichts Neues mehr zu sagen hat.

Die Veranstalter haben zwar ein prominentes Zugpferd verpflichtet. Dem Ruf des Campus Symposiums wird Al Gore mit seinem öffentlichkeitsfeindlichen Gebahren jedoch nachhaltig schaden. Die WESTFALENPOST wird nicht über den Besuch von Al Gore in Iserlohn berichten.

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