Arnsbergerin moderiert die Papst-Messe

Friederike Sittlern                                                                                                                                                         Foto: ARD

Friederike Sittlern Foto: ARD

Foto: rbb/Jenny Sieboldt wp

Berlin/Arnsberg.   Nach diesem 16-Stunden-Tag ist Friederike Sittler reichlich müde aber dennoch rundum zufrieden. Morgens um sieben Uhr war die gebürtige Arnsbergerin mit dem ersten Radio-Interview bereits auf Sendung, und abends um 23 Uhr waren quasi die letzten Aufräumarbeiten nach der TV-Live-Übertragung aus dem Berliner Olympiastadion beendet.

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Nach diesem 16-Stunden-Tag ist Friederike Sittler reichlich müde aber dennoch rundum zufrieden. Morgens um sieben Uhr war die gebürtige Arnsbergerin mit dem ersten Radio-Interview bereits auf Sendung, und abends um 23 Uhr waren quasi die letzten Aufräumarbeiten nach der TV-Live-Übertragung aus dem Berliner Olympiastadion beendet.

Ein Marathon-Tag also, den die Chefin der RBB-Redaktion „Kirche und Religion“ absolvieren musste und den sie am Freitag federführend für die ganze ARD zu bewältigen hatte. „Wir waren immerhin mit gut 200 Fernsehleuten im Einsatz, davon 16 Kamerateams“, erzählt die studierte Theologin, der ihre ersten journalistischen Erfahrungen als freie Mitarbeiterin unserer Zeitung Ende der 80er Jahre in der Arnsberger Lokaredaktion gemacht hat.

Trotz ihrer inzwischen jahrzehntelangen Medienerfahrung bei Print, Radio und Fernsehen war die Übertragung der Papst-Messe aus Berlin doch ein ganz besonderer Höhepunkt in ihrem Leben.

Friederike Sittler musste nicht nur organisieren und entscheiden, sie kommentierte auch den Gottesdienst am Bildschirm live mit: „Ich dachte zwischendurch, ich quatsche mich um mein Leben“, bekennt sie am Tag darauf. Wie im Rausch habe sie geredet, musste sie doch in jedem Moment blitzschnell auf das Geschehen reagieren, es erläutern, interpretieren und kirchliche Fachausdrücke allgemeinverständlich übersetzen. „Ich hatte ja auch nicht die Predigt des Papstes vorher lesen können, und das war wirklich ein sehr komplizierter theologischer Text“, so die Journalistin.

Eine sehr gute Einschaltquote von 13 Prozent hat die Übertragung erreicht, das heißt, es haben 2,5 Millionen Fernsehzuschauer nicht nur die Papst-Worte, sondern eben auch die Sittler-Übermittlung verfolgt.

Schwierig sei ihre Aufgabe auch deshalb gewesen, weil ja nicht nur kirchentreue, sondern auch viele Papst-Kritiker und -Skeptiker hätten berücksicht werden müssen: „Als öffentlich-rechtlicher Sender haben wir doch die Verpflichtung, stets eine gewisse Balance zwischen den verschiedenen Zuschauerinteressen zu wahren.“

Und was hält die Wahlberlinerin aus Arnsberg persönlich vom Papst? „Ich meine, er fällt schon ein wenig aus dieser Zeit heraus. Das hat man auch bei der sehr traditionellen Ausrichtung des Gottesdienstes im Olympiastadion wieder gemerkt. Die Menschen durften zwischendurch nicht klatschen und auch ,Benedetto’-Rufe sollte es möglichst nicht geben. Ich bin ja auch katholisch, aber ich habe defintiv ein andere Glaubensauffassung als der Papst.“

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