BAP

Beim Festival in guter Gesellschaft

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Arnsberg. (hase) Im Rahmen ihrer Sommertour „Die Klassiker“ macht die Kölner Kult-Band BAP am 21. August Station bei den „Zauberhaften Abenden“ vor dem Jagdschloss in Arnsberg-Herdringen. Offiziell eröffnet wurde die Tour am Samstag im Rahmen des zweitägigen BAP-Festes in Köln. BAP-Gründer Wolfgang Niedecken (60) spielte auf dem Roncalli-Platz auf.

Frage: Sie spielen zum zweiten Mal nach 2006 in Herdringen. Noch irgendwelche Erinnerungen an Arnsberg – oder ziehen die Konzertstätten nach 35 Jahren Bühnenerfahrung doch nur noch eindruckslos an Ihnen vorbei?

Niedecken: Wir versuchen, unsere Sommerkonzerte stets an besonders schönen Orten zu spielen. Da erinnert man sich dann schon dran. Wo es doch überall schöne Flecken gibt, spielen wir deshalb nicht unbedingt direkt im Industriestandort.

Frage: Seit ihrem letzten Auftritt in Herdringen haben sie zwei neue Alben herausgebracht - zuletzt „Half su wild“. Was hat sich musikalisch seitdem bei BAP getan?

Niedecken: Wir haben uns organisch weiter entwickelt. Inzwischen sind wir wohl berechtigt, ganz in Ruhe an uns und unseren Alben zu arbeiten. Wir müssen nicht auf Trends schielen.

Frage: Gerade ist Ihre Autobiografie „Für ’ne Moment“ erschienen. Haben sie mit 60 Jahren das Alter erreicht, wo mehr zurück als nach vorn geblickt wird?

Niedecken: Nein, absolut nicht. Die Gelegenheit war in diesem Jahr natürlich günstig. Und es ist einfach viel Material zusammengekommen. Wir schauen weiter nach vorn.


Frage: Der Sauerländer versteht ihre Texte nicht wirklich. Jemals daran gedacht, ob es nicht doch besser für BAP gewesen wäre, auf die Kölner Mundart zu verzichten?

Niedecken: Da hat es ja in den 80er-Jahren eine lange Diskussion in der Band gegeben. Wenn BAP das Kölsch aufgegeben hätte oder aufgeben würde, hätten wir unsere Einzigartigkeit verloren. Ich habe mich in dieser Frage nie beirren lassen.

Frage: Die Sommertour „Die Klassiker“ startete nach einem Aufwärmkonzert in Osnabrück erst richtig am Samstag beim BAP-Fest in Köln. Sind die Klassiker drin, wo Klassiker draufsteht?

Niedecken: Wir betreiben nie Etikettenschwindel. Wir sind die Klassiker. Bei der Musikauswahl für das Konzert belassen wir es beim bewährten Drittel-Mix. Wir spielen ein Drittel Neues, zwei Drittel Vertrautes. Die alten Sachen spielen wir auch immer noch gern.

Frage: Bei den „Zauberhaften Abenden“ gelten sie nach den vorangehenden Konzerten von Die Happy, Bosse, Revolverheld, Clueso, Wir sind Helden und Pohlmann schon als das abschließende Familienprogramm. Probleme damit?

Niedecken: Nein, dann sind wir in Herdringen eben die elder statesmen. Wir befinden uns beim Festival in wirklich guter Gesellschaft. Clueso ist prima. Er ist ein angenehmer, intelligenter und sehr musikalischer Kollege. Wir sind Helden und Revolverheld mag ich auch.


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