EU-Gesetze

Das Dilemma mit dem Klonfleisch

Gewiss, schon heute hat Tierzucht in Besamungsstationen wenig mit romantischen Vorstellungen natürlicher Fortpflanzung zu tun.

Trotzdem macht es einen gewaltigen Unterschied, ob das Fortpflanzungsmaterial nur von hochgetrimmten Bullen stammt - oder aber von im Labor gezüchteten Kopien dieser Tiere. Denn das Klonen wirft Fragen auf, die weit über Zuchttechnik hinausreichen – Fragen nach der Grenze menschlicher Eingriffe in die Natur.

Eine umfassende und prinzipielle Regelung ist nötig – in einem eigenen Rechtsakt und nicht nebenbei als Randnote. Denn sonst droht ein ähnliches Durcheinander wie es die EU bereits beim gentechnisch-veränderten Essen erlebt. Statt eine Entscheidung im Grundsatz zu treffen, wird die politische Verantwortung auf Experten abgewälzt und auf Zeit gespielt.

Das Beispiel Klonfleisch zeigt erneut das Dilemma auf: Wenn man Klon-Produkte aus allgemeinen EU-Verordnungen heraushält, bleiben sie im rechtsfreien Raum. Wenn man sie hingegen einbezieht, muss die EU sie wie andere Lebensmittel behandeln – und unter Umständen genehmigen.

Genau deshalb ist eine spezifische Klonfleisch-Regelung nötig, die eindeutig ist. Und zwar am besten eindeutig gegen einen Verkauf. Oder die zumindest eine deutliche Kennzeichnung zur Pflicht macht.

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