Panorama-Park

Das war's mit dem Vergnügen

Foto: WP

Das Schicksal des Panorama-Parks in Kirchhundem scheint besiegelt zu sein. Der Erlebnis- und Freizeitpark, den der französische Konzern Grevin & Cie im Jahr 2004 übernommen hatte, soll an den Kirchhundemer Unternehmer Siegfried Hamm verkauft worden sein.

Der Vorvertrag ist nach Informationen bereits unterschrieben. Die gesamte Belegschaft des Panorama-Parks ist bis zum 7. Januar 2008 in Urlaub geschickt, danach wollte Grevin die Öffentlichkeit über die neuen Entwicklungen informieren.

Grevin, in Deutschland ebenfalls Betreiber von Fort Fun, hatte den Panoramapark nach dem Ende der Ära Schulte-Wrede ganz gezielt in einen Erlebnispark für Familien mit Kindern bis zu 13 Jahren umgebaut und die kindgerechten Attraktionen und Fahrgeschäfte mit Investitionen im siebenstelligen Bereich aufgestockt.

Trotz der verregneten letzten Saison hatte Managing Director Rascal Hüppe noch eine durchaus zufriedenstellende Bilanz gezogen. Rund 200000 Besucher habe man verzeichnet bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Öffnungstage um rund 30 Prozent.

Doch die absoluten Zahlen sprechen eine andere Sprache: Denn zur Blütezeit des deutschlandweit wohl am optimalsten in die freie Mittelgebirgsnatur eingebetteten Freizeitparkes strömten rund 450000 Besucher ins Sauerland.

Die Zeiten von Rollerbob-Weltrekorden mit Georg Hackl, von waghalsigen Stuntshows und Events mit TV-Soap-Stars und -Sternchen gehören mit dem Verkauf des Parks wohl endgültig der Vergangenheit an. Denn nach Informationen unserer Zeitung sollen sämtliche Fahrgeschäfte - bis auf den Sessellift von der 545 Meter hoch gelegenen Talstation bis auf den Eggenkopf (645,9 Meter) - sowie Karussells etc. bereits bis zum März 2008 von Grevin demontiert werden.

Weder Hüppe noch Park-Käufer Hamm waren in den letzten Tagen für eine Stellungnahme zu erreichen. Für die Jägerschaft vor Ort ist es seit Monaten ein offenes Geheimnis, dass der Geschäftsführer der Fa. Henkel (Reinigungsdienstleistungen aller Art, ca. 600 Mitarbeiter, Auftraggeber u.a. die Fordwerke in Köln und Saarlouis), der bereits die Forstbaumschulen der Familie Schulte-Wrede samt deren Privathaus gekauft hatte, systematisch Grund und Boden für eine Eigenjagd zusammenkaufe, ohne selbst einen Jagdschein zu besitzen. Mit dem zusätzlichen Erwerb des 80 Hektar großen Panorama-Parks dürfte Hamm die Mindestgröße eines Eigenjagdbezirks weit übertroffen haben.

Am 1. April 1963 hatte die Familie Schulte-Wrede den Panorama-Park als Hirsch- und Wildschweingehege als erstes Wildgehege in Deutschland eröffnet. Zur Jahrtausendwende geriet der Park finanziell in die Bredouille, bevor Grevin & Cie den Park übernahm.

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