Krimi

Der schwarze Schwan schlägt zu

Der Krimiautor Horst Eckert.

Der Krimiautor Horst Eckert.

Foto: dapd

Hagen.   Die Leser in unserer Region schätzen Horst Eckert als Erfinder brisanter Krimis. Bei der Criminale 2012 im Hochsauerlandkreis wird der Düsseldorfer neben 250 weiteren Autorinnen und Autoren vom 25. bis 29. April für Gänsehaut sorgen. In Eckerts neuem Thriller „Schwarzer Schwan“ geht es um die Bankenkrise.

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Die Leser in unserer Region schätzen Horst Eckert als Erfinder brisanter Krimis. Bei der Criminale 2012 im Hochsauerlandkreis wird der Düsseldorfer neben 250 weiteren Autorinnen und Autoren vom 25. bis 29. April für Gänsehaut sorgen. In Eckerts neuem Thriller „Schwarzer Schwan“ geht es um die Bankenkrise.

Horst Eckert ist einer der wenigen Autoren im so beliebten Krimi-Genre, der Polizeiromane schreibt. Im Mittelpunkt von „Schwarzer Schwan“ steht der Kripomann Dominik Roth, eine gebrochene Figur - wie viele Helden Eckerts. Nachdem seine Frau bei einem Raubüberfall getötet wurde und er selbst bei der Verfolgung des Täters einen völlig Unschuldigen erschoss, kann Roth keine Waffe mehr tragen. Die Nerven. Für den Streifendienst wird er damit unbrauchbar und in eine Abteilung abgeschoben, in der er hauptsächlich Protokolle schreiben muss. „Mich interessieren natürlich Menschen, die eine Vergangenheit haben und dann aus der Bahn geworfen werden. Dominik ist beschädigt durch den Apparat, das bringt so ein Apparat mit sich“, sagt der 52-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Um der Unterforderung zu entfliehen, übernimmt Roth nach Feierabend nicht ganz legal für eine private Sicherheitsfirma Beschattungen. So observiert er auch die Investmentbankerin Hanna, ohne zu ahnen, dass er ihr bald dienstlich begegnen wird.

Horst Eckert seziert präzise die unheilvolle Mechanik, nach der die Banken ihre Gewinne privatisieren und ihre Fehlentscheidungen der Allgemeinheit aufbürden können. „Das Thema Finanzkrise lag in der Luft. Nach meinem Thriller ,Sprengkraft’ wurde der politische Aspekt ja in vielen Besprechungen gelobt. Das fehlt so ein bisschen in den deutschen Krimis“, erläutert Eckert. Der Bankboss Dingendorff ist im Prinzip mächtiger als die Kanzlerin. Und der Bundestagsabgeordnete Lothar Mierscheid hätte die Chance, das System kritisch zu hinterfragen, aber er lässt sich mit attraktiven Posten kaufen. „Das Thema Finanzkrise ist sehr komplex, praktisch unfassbar. Dabei tun die Politiker so, als hätten sie es erfasst, und das regt mich auf. Deshalb habe ich mit dem Mierscheid einen interessengeleiteten Abgeordneten erfunden, wie es sie haufenweise gibt“, so Eckert.

Große Finanzwelt, kleine Gaunereien und private Tragödien verschränken sich in „Schwarzer Schwan“ zu einem fulminanten Zeitstück, das bestens recherchiert und bis zu den Nebenfiguren präzise ausgeleuchtet ist. Der neue Eckert ist auf eine Weise spannend, die dem Leser Angst macht - bei der Vorstellung, es könnte sich eben nicht um Fiktion handeln.

Der Begriff „schwarzer Schwan“ ist übrigens im Börsendeutsch geläufig. Eckert: „Die Metapher geht zurück auf den Philosophen Karl Popper: Alle Schwäne sind weiß. Dieser Satz gilt solange, bis ein schwarzer Schwan kommt. Das Bild steht für etwas, das Gesetze zum Kippen bringt, für unvorhergesehene Katastrophen.“

Horst Eckert:

Schwarzer Schwan
383 Seiten, Grafit, 19,99 Euro.

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