WDR-Doku über Wohnungsauflösung vor Wechsel von Ennepetal nach Kapstadt

Der Trödel-King hilft

Foto: NRZ Emmerich

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Kapstadt/Ennepetal. „Ihr solltet Euch bei den ,Auswanderern' melden", rieten uns Freunde, als sie den Schock verdaut hatten, den wir ihnen bereiteten: Wir wollen nach Südafrika auswandern!

Stattdessen haben wir uns für das Format Der Trödel-King (WDR, 27. November, 21 Uhr) beworben - und sind im September und Oktober bei der Auflösung unseres Haushalts in Ennepetal begleitet worden.

Gestatten: Oliver Berger, bis Ende September Redakteur bei der WESTFALENPOST und seit Ende Oktober freiberuflicher Journalist in Kapstadt, der rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 diverse Medien in Deutschland beliefert - darunter auch und zuvorderst natürlich die WP.

Die Entscheidung, einen völligen Neustart in Südafrika zu wagen, fällten meine Frau und ich bereits im Februar. Für meine Gattin ein Heimspiel, ist sie doch gebürtige Südafrikanerin.

50 Umzugskisten

Wir wussten, dass uns im Haus der Schwiegermutter voll möblierte Zimmer erwarten würden - also mussten wir für uns und unsere beiden Kinder nur das Nötigste mitnehmen. Und natürlich das, auf das wir keinesfalls verzichten wollten. Dennoch kamen 50 große, bis zum Anschlag gefüllte Umzugskisten zusammen, die wir Mitte Oktober mit einer Spedition haben verschiffen lassen. Zwar sind unsere Güter bereits im Hafen von Kapstadt gelandet und die Ladung gelöscht, aber wir müssen sie nächste Woche noch durch den Zoll bringen.

Das größte Problem, vor dem wir bis zu unserem Abschied in Deutschland stehen sollten, war demnach die Auflösung unseres Haushalts in Ennepetal. Und dazu haben wir professionelle Hilfe eingeschaltet: den Trödel-King.

Nach einem erfolgreich bestandenen Casting erhielten wir gleich viermal Besuch vom Kamerateam: Einmal, um den Zuschauern uns und die zu vertrödelnden Güter vorzustellen. Dann kam der „King”, der mit bürgerlichem Namen Roland Beuge heißt, höchstselbst: Sah und nahm diverse Sachen mit, die er ohne unser Dazutun zu Geld machen wollte. Darunter auch - wie bequem für uns - unser sechs Jahre altes Auto, das 130 000 km auf dem Buckel hatte.

Viermal Besuch

Was wir nur ahnen konnten: Während wir uns die Kehlen heiser schrien und beim Trödelmarkt am 4. Oktober in Schwelm unseren Haushalt verkauften, hat der Trödel-King den Auto-Handel unter Dach und Fach gebracht - natürlich ist alles auf Zelluloid gebannt. Schließlich filmte das Team noch, wie ich meine literarischen Schätze aus Russland dem Ennepetaler Gymnasium vermachte, und wie unsere Möbel von Reste-Verwertern abgeholt wurden. Immerhin hatten Beuge, der wirklich sympathische König des Trödels, und wir abgemacht, dass wir unsere Wohnung nach seinem Einsatz besenrein übergeben könnten. Was auch geklappt hat.

Gefühlte 50 Stunden standen wir insgesamt vor der Kamera - nie war es wirklich stressig, und der Trödelmarkt in Schwelm hat uns allen besonders viel Spaß gemacht. Wir fühlten uns mal mehr, mal weniger beobachtet. Deshalb haben wir nicht den blassen Schimmer einer Ahnung, was in nur 45 Minuten tatsächlich über den Bildschirm geht. Wir wissen nur: Alle, die heute Abend den WDR einschalten, wissen mehr als wir. Wir können die Sendung in Kapstadt leider nicht empfangen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben