Integration

Deutsch-Türkin soll Laschet aus dem Amt drängen

Foto: ddp

Düsseldorf. SPD-Landeschefin Hannelore Kraft hat die Deutsch-Türkin Zülfiye Kaykin als Integrationsexpertin für ihr Schattenkabinett aufgestellt. Als Gegenspielerin von Minister Armin Laschet (CDU) will sich die 41-jährige Duisburgerin für mehr Chancengleichheit der Migranten in NRW einsetzen.

Kaykin ist Geschäftsführerin der DITIB Bildungsstätte in der Duisburger Merkez Moschee. „Sie ist verantwortlich für das Wunder von Marxloh”, begründete Kraft die Aufnahme in ihr Zukunftsteam. In Duisburg war die Großmoschee gebaut worden, ohne dass es größere Proteste in der Bevölkerung gegeben hatte. Für ihr interkulturelles Engagement wurde die Muslimin 2007 von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Verdienstorden ausgezeichnet.

Kaykin würdigte den Kurs von Minister Laschet, der in der Integrationspolitik „den richtigen Weg beschreitet”. Laschets Integrationskurs werde allerdings nicht von der ganzen CDU getragen, sagte die Genossin, die seit mehr als 30 Jahren in Duisburg lebt. Die Muslimin hatte eine Kandidatur für den NRW-Landtag 2004 zurückgezogen.

Zweite Kandidatin

Die NRW-SPD will nach einem Wahlsieg ein kommunales Wahlrecht für Migranten einführen. Kraft kritisierte, dass die CDU bei der Einführung eines Islamunterrichts noch keinen Schritt weiter sei. Kaytin hält „im Moment” ein Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen im Unterricht für angemessen. Darüber soll aber noch gesprochen werden. Die Duisburgerin will ihre Erfahrungen im Umgang mit Migranten und Deutschen aus der Praxis einbringen.

Die Deutsch-Türkin will die Integrationspolitik stärker mit den Feldern Familie, Bildung und Soziales verzahnen. Dabei sollen die Chancen von Zuwanderung in einer älter werdenden Gesellschaft in den Mittelpunkt gerückt werden. Kaytin ist nach DGB-Landeschef Guntram Schneider die zweite Kandidatin in Krafts „Zukunftsteam”.

Schneider geriet gestern nach einem Wahlkampfauftritt im Briefzentrum Bergheim in die Kritik der CDU. Danach hat Schneider die Briefzusteller an Rüttgers' Wohnort Pulheim aufgefordert, „guckt Euch mal ein bisschen um”. CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid forderte daraufhin eine Entschuldigung von „Schnüffel-Schneider”.

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