Erdgas in NRW

Die Suche nach Erdgas kann beginnen

ARCHIV: Ein Arbeiter vermisst bei Damerow (Uecker-Randow) in Mecklenburg-Vorpommern ein Stahlrohr fuer die Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) (Foto vom 11.03.10). Die Erdgaspipeline OPAL fuehrt jetzt unter dem Dahmetal hindurch. Die Bauarbeiten zur Unterquerung der Dahme und des Naturschutzgebietes Dahmetal seien abgeschlossen, teilte ein Sprecher der Wingas AG am Dienstag (30.11.10) in Kassel mit. (zu dapd-Text) Foto: Michael Urban/ddp/dapd

ARCHIV: Ein Arbeiter vermisst bei Damerow (Uecker-Randow) in Mecklenburg-Vorpommern ein Stahlrohr fuer die Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) (Foto vom 11.03.10). Die Erdgaspipeline OPAL fuehrt jetzt unter dem Dahmetal hindurch. Die Bauarbeiten zur Unterquerung der Dahme und des Naturschutzgebietes Dahmetal seien abgeschlossen, teilte ein Sprecher der Wingas AG am Dienstag (30.11.10) in Kassel mit. (zu dapd-Text) Foto: Michael Urban/ddp/dapd

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Hagen/Olpe/Meschede.Sauerland ist Powerland. Wobei die Power - die Energie - in diesem Fall tief unter der Erde ruht. Genauer gesagt in den Gesteinsformationen zwischen Schwelm, Hagen, Soest, Menden, Meschede und Olpe.

Weil die Energie-Experten der Wintershall Holding GmbH im Ennepe-Ruhr-Kreis, auf dem Areal der Stadt Hagen, in den Kreisen Soest und Olpe sowie unter dem Märkischen und dem Hochsauerlandkreis riesige, bislang unerschlossene Erdgas-Vorkommen vermuten, ließen sie sich am 5. August 2010 im Bergbaufeld Ruhr die Aufsuchsberechtigung sichern.

„Wir waren davon nicht unterrichtet. Wir waren nicht involviert. Wir waren nicht beteiligt“, meint dazu Hans-Werner Voss, Pressesprecher des Kreises Olpe. Erst durch die Berichterstattung dieser Zeitung sei man im Kreis Olpe auf die Problematik aufmerksam geworden. „Auch wir wissen von nichts“, bestätigen seine Kollegen Martin Reuther vom Hochsauerland- und Hendrik Klein vom Märkischen Kreis. Ähnlich sieht es im Ennepe-Ruhr-Kreis, im Kreis Soest und bei der Stadt Hagen aus.

Im Fels eingeschlossene Gasvorkommen

Und das, obwohl die kostenlose Sicherung des Bergbaufeldes Ruhr durch die Wintershall Holding GmbH es der BASF-Tochtergesellschaft erlaubt, innerhalb der bezeichneten Flächen nach Gasvorkommen zu suchen. Dass es das „unkonventionelle Gas“ gibt, ist unstrittig. Früher machte es den Kumpeln im Ruhrgebiet als das viel gefürchtetes Grubengas zu schaffen. Heute ist es wegen der gestiegenen Energiebeschaffungskosten wirtschaftlich, die in großen Tiefen im Fels eingeschlossenen Gasvorkommen zu fördern.

Also haben sich elf Unternehmen in ganz NRW 19 Claims gesichert, in denen sie nach dem versteckten Kohleflöz- und Schiefergas suchen wollen. NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) rechnet damit, dass eine Gasmenge von etwa 2100 Kubikkilometern allein in Nordrhein-Westfalen in der Tiefe lagert. Diese Zahl nannte er auf eine Anfrage der Grünen Landtagsabgeordneten Wibke Brems.

Schutz der Bürger steht im Vordergrund

Sollte dieses Gas auch nur zum Teil gefördert werden können, wäre das für die beteiligten Kommunen, für die Kreise und das Land NRW - zumindest zum Teil - eine gute Nachricht. Zwar gehört das Erdgas demjenigen, der es fördert - im Fall des Sauerlandes wäre es die Wintershall Holding - aber das Unternehmen muss auch die Kommunen und das Land an den Gewinnen beteiligen. So ist pro Kubikmeter reines Erdgas eine Förderabgabe von 0,3 Cent zu zahlen. Je nach Ergiebigkeit der Quelle können schnell Millionenbeträge zusammenkommen. Bei den Milliarden-Defiziten in den öffentlichen Kassen sicherlich eine willkommene ­Geldquelle.

Trotzdem warnt der Drensteinfurter Bürgermeister Paul Berlage davor, zu früh zu jubeln. Und der Verwaltungschef aus dem Münsterland weiß, wovon er spricht. Denn im Gegensatz zum Sauerland hat in den Drensteinfurt die ExxonMobil bereits erste Probe- und Erkundungsbohrungen angekündigt. Paul Berlage: „Auch wenn ich generell befürworte, dass heimische Energieressourcen genutzt werden, steht als erstes der Schutz unserer Bürger im Vordergrund.“ Zwar lägen die grundsätzlichen Entscheidungen über eine Erdgasförderung bei der Bezirksregierung also dem Bergamt in Arnsberg, trotzdem müssten die betroffenen Kommunen darauf hinwirken, „dass eine Verschmutzung von Grund- und Trinkwasser in jedem Fall vermieden wird“.

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