Skispringen

Dieter Schütz: „Willingen ohne Weltcup wäre ein massiver Einschnitt“

Der SC Willingen muss bis Ende 2012 bauliche Auflagen an der Mühlenkopfschanze erfüllen. Foto: Gerd Lorenzen/WP

Der SC Willingen muss bis Ende 2012 bauliche Auflagen an der Mühlenkopfschanze erfüllen. Foto: Gerd Lorenzen/WP

Foto: WP

Willingen. Düstere Wolken am Himmel des SC Willingen: Dem Klub im Upland droht ein Verlust der Weltcup-Skispringen ab 2013. Das teilte Präsident Jürgen Hensel während der Jahreshauptversammlung mit. Auf Nachfrage unserer Zeitung wollte sich Hensel am Sonntag nicht persönlich äußern, sondern verwies an Pressesprecher Dieter Schütz.


Frage: Herr Schütz, wie hart würde den SC Willingen der Verlust des Weltcup-Wochenendes treffen?

Dieter Schütz: Das wäre ein massiver Einschnitt in das Vereinsleben. Wir stemmen diese Veranstaltung mit vielen, vielen ehrenamtlichen Helfern und finanzieren durch den Überschuss zum Beispiel unsere gesamte Nachwuchsarbeit. Aber so weit, also an den Verlust der Springen, will ich noch gar nicht denken.


Frage: Drei Tage super Stimmung, zigtausend begeisterte Zuschauer und von der Atmosphäre schwärmende Springer - was gefällt dem Weltverband FIS an Willingen nicht?

Schütz: Der Weltverband verlangt schon seit längerer Zeit eine neue Flutlichtanlage sowie den Neubau des Kampfrichterturms von uns. Nun gibt es diese Frist bis 2013 - vielleicht, um den Druck etwas zu erhöhen. Aber natürlich wissen Weltverband und Deutscher Ski-Verband, was sie an Willingen haben.


Frage: Wie hoch sind die Kosten, die auf den SC zukommen?

Schütz: Es gilt ungefähr 2,2 Millionen Euro zu stemmen. Deshalb befinden wir uns bereits in intensiven Gesprächen mit dem Land Hessen, der Gemeinde Willingen und den Verbänden. Der Kreis Waldeck-Frankenberg hat bereits eine gewisse Summe eingestellt und ist etwas weiter als andere. Ich schaue optimistisch in die Zukunft, weil ich denke, dass alle den Weltcup behalten wollen. Eine schwierige Aufgabe bleibt die Finanzierung dennoch.


Frage: Bis wann ist grünes Licht für die Baumaßnahmen nötig, um die Frist einzuhalten?

Schütz: Bis zum Spätherbst des nächsten Jahres müssen die Vorgaben umgesetzt sein, da die FIS vor der Saison Planungssicherheit haben möchte. Allerdings sind die Baumaßnahmen im nächsten Sommer gut zu erledigen. Jetzt werden sich die einzelnen Gremien beraten und hoffentlich spätestens im kommenden Winter, aber deutlich vor dem Weltcup-Wochenende am 10. bis 12. Februar 2012 ihr endgültiges Okay geben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben