Ausstellung

Ein Kunst-Juwel für Südwestfalen

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Schmallenberg. Die vorbildliche Museumsanlage von Schmallenberg-Holthausen wird mit einer umfangreichen Galerie erweitert. Ohne ehrenamtliche Helfer wäre das wohl nicht möglich geworden.

Nach einjähriger Bauzeit wird am Freitag (16 Uhr) in Schmallenberg-Holthausen die Südwestfälische Galerie eröffnet. Sie fügt sich nun architektonisch und thematisch ideal in das Westfälische Schieferbergbau- und Heimatmuseum ein.

„Ohne den ehrenamtlichen Einsatz in unserem Dorf wäre hier nichts geschehen.” Ferdinand Hennemann ist Vorsitzender des Museumsvereins in Holthausen und zu Recht stolz auf die Eigenleistung, die in den vergangenen zwölf Monaten erfolgt ist: „Mehr als 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden haben wir verrichtet, um die neue Galerie zu ermöglichen”, verweist er auf das unentgeltliche Engagement, das die Baumaßnahmen von 300 000 Euro zusätzlich flankiert hat.

Das Geld haben der HSK-Kreis, die Stadt Schmallenberg sowie Banken und andere Sponsoren gegeben, und nun hat sich tatsächlich der Traum der ersten südwestfälischen Kunstgalerie verwirklicht, die das kreative Schaffen der Menschen dieser Region darstellen und pflegen soll.

„Alle 18 Vereine unseres Ortes habe ich zum Mitmachen aufgerufen, und es hat sich gelohnt”, ist Hennemann sehr dankbar. Über zwei Stockwerke verteilen sich 250 Quadratmeter Ausstellungsfläche als ein schmucker Anbau an das große Westfälische Schieferbergbau- und Heimatmuseum mit seinen über 2000 Quadratmetern.

7000 Arbeiten im Galerie-Bestand

Die neue Galerie ist bereits bestens bestückt. Annähernd 7000 Arbeiten, so überschlägt Michael Senger, Leiter des Sachgebiets Kultur der Stadt Schmallenberg, den gegenwärtigen Bilder- und Skulpturenbestand. Gut 150 Exponate werden davon in der ersten Ausstellung gezeigt, mit denen die Galerie am Freitag eröffnet wird. Gesichtet und geordnet hat dies vor allem Dr. Birgit Gropp. Die freiberufliche Kuratorin hat die Schau in vier Bereiche untergliedert: „Sauerländische Landschaften”, „Bilder von Menschen”, „Künstler reisen” und „Bilder aus der Lebens- und Arbeitswelt”. Vom frühen 20. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart spannt sich der Sammlungsbogen, der jetzt exemplarisch der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann. „So etwas hat noch niemand in dieser Form gemacht”, sagt Michael Senger und erinnert zugleich auch an den 2007 verstorbenen Museumsvorsitzenden Rötger Belke-Grobe, dessen unvergessenes Verdienst es ist, das diese Galerie-Idee Wirklichkeit werden konnte. Seiner Vision und seinem unermüdlichen Einsatz gilt daher gerade auch in der Stunde der Galerie-Eröffnung der ganz besondere Dank.

Der Kunstfaden reißt nicht ab

Nach strengen konservatorischen Vorgaben, mit Klimaanlage und Luftbefeuchter, wird die regionale Kunst in Holthausen künftig ausgestellt. Die Kuratorin Birgit Gropp merkt an, dass die heimische Region zwar nie eine richtige Kunstmetropole gewesen ist, gleichwohl aber seit den 20er Jahren stets rührige Vereine und Gruppierungen im Dienste der Kunst hier tätig waren: „Wer ernsthafter Künstler werden wollte, musste erst einmal aus dem Sauerland raus, die regionale Bindung durchbrechen und an den Hochschulen in Düsseldorf, München oder Berlin studieren”, so Dr. Gropp.

Der Kontakt zur Heimat aber ging in aller Regel nicht verloren; das belegen immer wieder auch die Motive der Maler und Bildhauer: Paul Hermann Schoedder, Hinrich Grauenhorst und Carl Siebert gehören dazu. Eberhard Viegener, Reinhold Bicher, Josef und Gebhard Schwermer, Jochen Geilen, Herman Springborn, Hinrich Poertgen, Eugen Senge-Platten und Hermann Falake sind weitere unter vielen anderen. Ansgar Nierhoff, Johannes Dröge und Gabriele Schulz stehen dann auch stellvertretend für die Gegenwart, die das Band der regionalen Kunst nicht abreißen lassen.

Zur Ausstellungseröffnung erscheint jetzt eine umfangreiche Monografie, die einen ersten sorgfältig-wissenschaftlichen Überblick über die Tradition der südwestfälischen Kunstszene bietet.

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