Douglas

Eine Frau freut sich über duften Arbeitsplatz

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Hagen. Männer auf der Suche nach dem richtigen Duft für die Frau oder Freundin. Alle Jahre wieder. Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür. Hochsaison für Parfümerien. Mittendrin im Trubel: Ursula Sturm, Leiterin der Douglas-Filiale in der Hagener Innenstadt.

„Die Weihnachtszeit ist wie eine Droge”, sagt die 60-Jährige. „Das Geschäft ist jeden Tag voll mit Menschen. Juchhuu.” Der Stress, die „dicken Füße”, sind am Abend nach einem Zwölf-Stunden-Tag schnell vergessen. Die Hagenerin genießt das Bad in der Kundschaft. „Ich habe meine Entscheidung für diesen Beruf nie bereut.” Als junge Frau spielte sie mit dem Gedanken, einen sozialen Beruf zu erlernen oder Lehrerin zu werden. Die Entscheidung fiel anders aus: „Ich bin lieber Kauffrau als Mutter Teresa. Bei uns ist die Welt heiler und schöner.”

Der tägliche Umgang mit Menschen, die der Körperpflege besondere Aufmerksamkeit gönnen, erfüllt die Filialleiterin. Sie weiß alles darüber: Wer was für wen warum kauft. Ihr Erfahrungsschatz ist unbezahlbar für die weibliche wie männliche Kundschaft. „Die meisten Herren benutzen den Duft, den ihnen ihre Frau schenkt. Und sie kauft den Duft, von dem sie vermutet, er gefällt auch ihm.”

Lockstoffe in Reih und Glied

Wohl kaum ein Duft ist Ursula Sturm, Chefin von 24 Frauen, fremd. „Ich schnuppere mich so durch.” Den Variationen der Lock- und Botenstoffe, die brav in Reih und Glied im Regal stehen, sind keine Grenzen gesetzt: das Spektrum reicht von ungekünstelten Moosnoten über scharfe Wildledernuancen bis zu hauchzarten Zitrusmomenten. Um die Nase frei von allen Stoffen zu bekommen, sie quasi zu neutralisieren, riecht sie im Laufe des Tages nicht nur einmal am Kaffee. „Das tut richtig gut.”

Mit Schnuppern allein ist die Arbeit nicht getan. Regelmäßige Schulungen gehören zum Berufsalltag. „Sie sind notwendig, sonst würde die Beratungsqualität leiden.” So hat es nicht nur Ursula Sturm gelernt, dem Kunden auf charmante Art Informationen zu entlocken, die Aufschluss darüber geben, wann welcher Duft am Mann oder der Frau passt. „Es ist ein Unterschied, welchen Duft ich im Büro auflege und welchen abends, wenn ich ausgehe.”

Weniger Duft ist mehr

Ursula Sturm erforscht, was der Kunde will, berät und liefert die Proben. Hautnah sozusagen. Weniger Duft ist nach ihrer Erfahrung mehr: „Die anderen Leute sollen nicht eingeduftet werden. Das empfinden sie als Belastung. Auch müssen Menschen, die stark transpirieren, wissen, „dass sich der Duft verändert”.

Tipps, die in den Wochen vor Weihnachten gefragt sind. Nicht nur in der Filiale der Hagener Fußgängerzone schnellt der Umsatz nach oben. Bundesweit schwillt der Kundenstrom in den 452 Douglas-Parfümerien mit ihren etwa 7000 Mitarbeitern stark an. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2008/2009 bei 920 Millionen Euro, 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch Geschäft ist nicht alles. Ausruhen muss in den turbulenten Tagen sein. Ursula Sturm ist gerne kreativ. „Ich mache Kollagen.”

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