Kai Havaii: Erzähler bei Tanz-Musik-Projekt

Extrabreit-Sänger lädt zur Märchenstunde

Foto: WP Michael Kleinrensing

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Hagen. Es ist wie im Märchen: Es war einmal ein Sänger, der in jungen Jahren mit dem Song „Hurra, hurra, die Schule brennt” zum Eltern- und Lehrerschreck wurde.

Mit 52 mutiert er im Tanz-Musik-Projekt „Der Nußknacker”, das am morgigen Freitag in der Stadthalle Hagen aufgeführt wird, zum feinfühligen Märchenerzähler für Kinder.

Kai Havaii, der Sänger der legendären Hagener Rockformation Extrabreit, hat in seinem künstlerischen Schaffen schon so manches erlebt. Bei seinem Ausflug in die Märchenwelt begibt sich der Wahl-Hamburger nach eigenem Bekunden auf völlig neues Terrain, „eine ganz andere, einmalige Sache”. Die Familienvorstellung „Der Nußknacker” nach dem Ballett von Tschaikowsky ist ein Kooperationsprojekt des Philharmonischen Orchesters Hagen, der Max-Reger-Musikschule sowie Mädchen und Jungen Hagener Grundschulen, bei dem getanzt, musiziert, pantomimisch gespielt und eben von Kai Havaii ein selbst verfasstes Märchen vorgelesen wird. „Den Text zu schreiben ist mir nicht schwer gefallen, obwohl ich eigentlich kein großer Märchen-Fan bin”, sagt der 52-Jährige, der insbesondere die Werke der Gebrüder Grimm wegen ihrer Ironie- und Humorfreiheit nicht übermäßig schätzt.

Als Ausgangspunkt, als roter Faden, erzählt Havaii, habe er E.T.A. Hoffmanns „abgefahrene Story” „Nußknacker und Mausekönig” (von 1816) genommen - „und mir überlegt, wie die Geschichte in der Gegenwart weiter gehen könnte”. Dabei verzichtet der Rockmusiker, dem das Internet-Lexikon „Wikipedia” eine „oft sarkastische und ironische” Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen zuschreibt, auf das so gerühmte extrabreitsche textliche Augenzwinkern. „Das Märchen sollen Kinder möglichst verstehen können. Was nützen Anspielungen, mit denen nur Erwachsene etwas anfangen können?” Seine beiden Neffen jedenfalls haben Kai Havaiis Märchenstunde bereits für gut befunden: „Die fanden das schön.”

Mit seinem „Nußknacker”-Engagement unterstützt der 52-Jährige „gerne” das Philharmonische Orchester unter Generalmusikdirektor Florian Ludwig („es ist gut, wenn das Orchester Breitenwirkung hat”) und demonstriert seine Verbundenheit mit Hagen: „Das ist meine Heimat.” Mit seinen Extrabreiten wird der Autor von TV-Dokumentationen weiter 25 bis 30 Konzerte pro Jahr geben. „Ich habe nach wie vor Lust darauf”, sagt Kai Havaii. „Und es ist wichtig, immer mal wieder vom Schreibtisch wegzukommen.”

„Der Nußknacker” wird morgen, Freitag, um 18 Uhr in der Stadthalle Hagen aufgeführt. Heute um 20.30 Uhr liest Kai Havaii im Coober Pedy, Dödterstr. 10, aus seinem Buch „Hart wie Marmelade”.

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