Verkehr

Kamener Kreuz ist wieder frei

Foto: obs

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Kamen. Die Baustelle am Kamener Kreuz ist Geschichte: Am Dienstag gaben Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und sein NRW-Kollege Lutz Lienenkämper den bekanntesten Verkehrsknotenpunkt der Republik für den Verkehr wieder frei. Der Ausbau kostete rund 81 Millionen Euro.

Der Aus- und Umbau des Kamener Kreuzes ist abgeschlossen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gab das Bauwerk am Dienstag gemeinsam mit NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) für den Verkehr frei.

Die beiden Autobahnen 1 und 2 sind nun nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau NRW im Autobahnkreuz durchgängig sechsspurig befahrbar. Nach 36 Monaten reiner Bauzeit und einem Kostenaufwand von 81 Millionen Euro. Das alte Kleeblatt ist passè. Denn der Verkehr von Hannover in Fahrtrichtung Köln bekam eine eigene Rampe. Sie umschließt die Auffahrkreise wie eine gebogene Tangente.

7000 Staus

Mit der neuen Gestalt ist das Kamener Kreuz wesentlich leistungsfähiger geworden. 160 000 Autos strömen nun täglich auf sechs Spuren hindernisfrei durch die Asphaltschleifen. «Damit gehört das Kamener Kreuz zu den am höchsten belasteten Autobahnkreuzen in ganz Deutschland», sagte Tiefensee. 5400 Staumeldungen - wie sie der ADAC im vergangenen Jahr rund um das Geflecht zwischen A 1 und A 2 registrierte - sollen nun aber der Vergangenheit angehören.

Nur die A 44 zwischen Erwitte und Unna kann das Kamener Kreuz noch toppen. Hier stockte der Verkehr sogar 7000 Mal. Insgesamt reichte die Staulänge auf deutschen Autobahnen im Jahr 2008 von der Erde bis zum Mond. 375 000 Kilometer Stillstand.

„Die Straßeninfrastruktur ist stehend k.o.”, wettert deshalb Peter Meyer, Präsident des ADAC. Der ADAC-Chef: „Die Bundesregierung hat es verschlafen, die Kapazität der Fernstraße dem steigenden Bedarf anzupassen.” Auch die Einnahmen aus der Lkw-Maut seien nie bei der Straße angekommen. Die Bundesregierung dürfe nicht nur Versprechen abgeben, sondern sie müsse die Probleme energisch anpacken.

Probleme anpacken

„Genau das tun wir”, kontert Horst Schenkel, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßen.NRW. Um das steigende Verkehrsaufkommen auf der A 44 und auf der A 1 bewältigen zu können, habe Straßen.NRW schon vor Jahren den Ausbau in Angriff genommen. Neben der Erweiterung des Kamener Kreuzes sei über einen Zeitraum von fünf Jahren die A 44 von Erwitte bis zum Kreuz Dortmund/Unna in 5-Kilometer-Abschnitten saniert worden. Dazu habe man die Talbrücke „Ostönner Grund” instandgesetzt.

„Und all das, trotz des hohen Verkehrsaufkommens”, stellt der Leiter der Autobahnmeisterei Werl, Jörg Nolte, fest. „Da sind Staus unumgänglich. Die A 44 führt ins Ruhrgebiet und nicht nach Südschweden.” Außerdem werde die A 44 vom Autobahnkreuz Dortmund/Unna bis Unna-Ost sechsspurig ausgebaut. Der Ausweitung von Unna-Ost bis zum Autobahnkreuz Werl soll folgen.

Doch trotz aller Bemühungen bleibt die stark befahrene A 1 ein Sorgenkind. Denn der nächste Engpass ist bereits programmiert: Zurzeit beginnt Straßen.NRW mit der Sanierung der Nord-Süd-Autobahn zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna und der Anschlussstelle Schwerte. Die Arbeiten dauern bis Dezember 2009. Die Kosten: 4,5 Millionen Euro. Ein Trost: Zur Erhöhung der Sicherheit wird eine mobile Stauwarnanlage eingesetzt.

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