Messgeräte für Schornsteinfeger

Kreativität ist auch bei der Form gefragt

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Iserlohn  Grau und Blau sind die dominierenden Farben. Nicht nur im Gebäude, sondern auch bei den Produkten. Das hat seinen Grund: „Die Optik spielt heute eine große Rolle“, sagt Paul Kroll. „Und der Wiedererkennungswert.“ Er ist Leiter der Konstruktion und technischer Betriebsleiter des Unternehmens Rbr-Messtechnik.

Die Firma, die sich gerade auf das 25-jährige Betriebsjubiläum einstimmt, produziert Messgeräte für Emissionsmessungen – vor allem für Heizungsbauer und Schornsteinfeger, aber auch für Anwendungen in der Industrie. Bei den Geräten kommt es in erster Linie natürlich auf die Technik an: Sie müssen zuverlässig und genau beispielsweise Kohlenmonoxid und Kohlendioxid sowie Rußpartikel detektieren und anzeigen.

Aber sie müssen auch andere Kriterien erfüllen wie einfache Handhabung, Mobilität, Service- und Montagefreundlichkeit, Langlebigkeit. Eine Herausforderung für den Chefkonstrukteur, die er gern annimmt: „Man muss bei der Entwicklung das Ganze im Blick haben“, sagt er. Und: „Einfach ist am schwierigsten.“

Das klingt schon fast philosophisch. Aber die Konstruktion von Geräten ist durchaus komplexer, als sich das ein Laie vorstellt. „Am Anfang steht ein Lastenheft, in dem definiert ist, was das Gerät können muss“, erläutert Paul Kroll, der seit 20 Jahren bei rbr tätig ist. „Aber es kommen ja noch andere Anforderungen hinzu: Sie müssen immer im Hinterkopf haben, wie das Gerät vom Kunden eingesetzt wird.“ Er muss es in der Regel zur Messstelle tragen, es darf also nicht zu groß und zu schwer sein. Die Stromversorgung muss so ausgelegt sein, dass sie lange genug reicht. Die Bedienung muss möglichst einfach sein. Das Gerät muss Wärme und Kälte aushalten können, manchmal wird in dunklen Räumen gemessen, die Anzeigen müssen also beleuchtet sein. Und schließlich muss das Gerät auch noch gut aussehen.“

Aber es gibt auch noch andere Anforderungen, denn das Gerät muss ja auch hergestellt werden: Wie kann man die Elektronik optimieren und platzsparend einbauen, wie muss das Äußere beschaffen sein, wie kann man das Gerät möglichst einfach montieren. Viele Fragen – die Antworten findet der Konstrukteur häufig im Dialog mit den Kunden oder einfach aus der Inspiration. „Manchmal überlegt man lange hin und her, um ein Problem zu lösen. Und plötzlich, wenn man vielleicht gerade etwas ganz anderes macht, kommt man ganz spontan auf eine Idee, die das Problem löst.“

Kreativität ist also gefragt - aber nicht nur bei technischen Details, sondern auch bei der Formgebung. „Früher spielte das Aussehen eines Geräts keine große Rolle“, sagt Paul Kroll. „Heute ist das anders. Es muss auch gut aussehen.“ Der äußere Eindruck muss die Qualität widerspiegeln. Es nutzt nichts, ein schlechtes Gerät mit einer schicken Hülle zu umgeben, aber es wäre auch keine gute Idee, ein technisch gutes Gerät in ein hässliches Gehäuse einzubauen. Rbr fertigt die Geräte in Iserlohn selbst und montiert sie auch dort. So hat der Konstrukteur das fertige Produkt und seine Komponenten stets vor Augen.

„Die Konstruktion an sich ist heute durch Computer einfacher geworden. Die Konstruktionssoftware präsentiert das fertige Produkt in allen Details, ohne dass aufwändige Muster hergestellt werden müssen, und bietet unendliche Möglichkeiten, Details zu variieren.“ Die Vorserie schließlich bildet den Praxistest – erst, wenn alles optimal geworden ist, geht das Gerät dann in die Produktion.

„Genauso, wie wir für die technischen Komponenten nur hochwertiges Material verwenden, das wir fast ausschließlich selbst herstellen, verwenden wir für das Äußere ebenfalls nur hochwertige Materialien, vor allem Aluminium und Edelstahl“, sagt Paul Kroll und zeigt Beispiele aus der Produktpalette. Das Design muss unverwechselbar sein. Man muss sofort sehen können, von welchem Hersteller das Gerät kommt. Die Automobilindustrie beispielsweise entwirft daher seit langem typische „Markengesichter“. Nicht nur Embleme, sondern die gesamte Formgebung muss auf den ersten Blick erkennen lassen, dass ist ein VW, das ist ein BMW, das ist ein Opel. Und was für Autos gilt, gilt auch für Messtechnik.

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