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Landschaftsverband Westfalen-Lippe steigt bei der Eisenbahn aus

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Warstein/Münster. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) stellt die Westfälische Landeisenbahn (WLE) auf das Abstellgleis.

Der Verband besinnt sich auf sein Kerngeschäft und trennt sich im März 2010 von den 33,33 Prozent Anteilen, die er an dem Transportunternehmen hält. (Ver-)Kaufspreis: ein Euro

1883 gründet

Die WLE wurde 1883 als „Warstein-Lippstädter-Eisenbahn” gegründet. 120 Kilometer lang verläuft ihre Schienenstrecke vom Rande des Sauerlandes - bis in das Zentrum Westfalens - nach Münster. Warsteiner Industrielle waren seinerzeit von der Erkenntnis getragen, „dass eine gute Verkehrsanbindung von Warstein aus in nördlicher Richtung bis zum Dortmund-Ems-Kanal in Münster für die regionale Eisen- und Steinindustrie unerlässlich ist”.

1,6 Mio.Tonnen

Mittlerweile befördert dieLandeseisenbahn mit 15 Lokomotiven und 64 Spezialanhängern rund 1,6 Millionen Tonnen Güter pro Jahr. Über diverse Anschlussgleise entlang der „WLE-Linie” gibt es in Lippstadt, Beckum und Münster Verknüpfungen an das Streckennetz der Deutschen Bahn. Sie ermöglichen es der WLE, „grenzenlos” zu operieren. Aus einem reinen Transportunternehmen wurde ein Logistiker mit angeschlossener Zentralwerkstatt für Lokomotiv- und Wageninstandhaltung in Lippstadt.

Defizite

Trotzdem fährt die WLE, die vor allem für die Zement- und Kalksandsteinindustrie auf Achse ist, Defizite ein. Im Jahr 2008 war esein Minus von 2,5 Millionen Euro. Manfred Ries, stellvertretender Geschäftsführer der WLE, sieht den Bestand der Westfälischen Landeseisenbahn durch den Rückzug des Landschaftsverbandes aber nicht gefährdet: „Wenn alle anderen Gesellschafter weiter zu uns stehen, dann fährt die WLE auch in Zukunft weiter.”

Schienen-Unterhaltung

Immerhin sei das Defizit in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgebaut worden. „Und das”, so Manfred Ries, „obwohl wir jeden Meter unserer Schienen selbst vor- und unterhalten müssen. Rund 1000 Euro pro Meter.” Bundes- und Landesstraße, auf denen tonnenschwere Lkw durchs Sauerland rollen, würden dagegen mit Steuergeldern und zurzeit in vielen Bereichen aus dem Konjunkturpaket II finanziert.

Umweltaspekt

Diesen Umweltaspekt vor Augen, hat sich der Landschaftsverband bereit erklärt, zur Verlustabdeckung für 2009 eine Zahlung von 400 000 Euro zu leisten und zusätzlich eine Einmalzahlung von vier Millionen Euro zu berappen. Außerdem wollen die Kreise Soest und Warendorf ihren Anteil an der Verlustabdeckung erhöhen, um so den Ausfall des LWL zu kompensieren. Denn für die Industrie beider Kreise ist die Westfälische Landeseisenbahn ein wichtiger Standortfaktor.

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