Studie

Mehr Krebskranke in Nähe von Sendemast

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Iserlohn. „Wir haben hier seit der Inbetriebnahme der Sendeanlage vermehrt Fälle von Krebserkrankungen beobachtet.” Frank Neppe, Mitglied einer Bürgerinitiative, die sich gegen die Mobilfunkanlage im Herzen des Dorfes Hennen im Norden Iserlohns richtet, schlägt Alarm.

Alle Versuche, die Abschaltung der Anlage in einem Wohngebiet und in direkter Nachbarschaft einer Grundschule zu erreichen, waren fehlgeschlagen. Daher wandte sich Neppe an den Mediziner Dr. Horst Eger, der bereits vor einigen Jahren eine unter dem Namen Naila-Studie bekannt gewordenen und kritisch diskutierte Langzeituntersuchung zu den gesundheitlichen Risiken in der Nachbarschaft eines Sendemasten in seinem Heimatort durchgeführt hatte. Die jetzt veröffentlichte Studie, die Daten von 575 Anwohnern in einem Umkreis von 400 Metern rund um die Ablage auswertet, zeigt nun einen signifikanten Anstieg der Krebsinzidenz: Mit rund 59,3 Jahren liege das mittlere Alter der an Krebs erkrankten deutlich unter dem Mittelwert von 66,5 Jahren.

Studie im Fachmagazin veröffentlicht

Die Studie wurde jetzt im Fachmagazin „Umwelt Medizin Gesellschaft” veröffentlicht, das als Organ von vier deutschen Umweltmedizin-Verbänden vom Ökologische Ärztebund (ÖAB) in Bremen herausgegeben wird, und viermal jährlich in einer Auflage von etwa 4000 Exemplaren erscheint. Eine Kurzzusammenfassung der Studie ist hier einzusehen.

Mediziner sieht akuten Handlungsbedarf

Dr. Horst Eger sieht in dem Ergebnis dringenden Handlungsbedarf. Es sei eine wissenschaftliche Tatsache, dass die Strahlungen von Mobilfunksendeanlagen die Zellteilung beeinflussen, was grundsätzlich ein erhöhtes Krebsrisiko bedeuten kann, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Für konkrete Erkenntnisse über die tatsächlichen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hätten aber bisher die nötigen Langzeitstudien gefehlt. Die Studien aus Naila und Hennen, so Eger, seien die ersten derartigen Studien europaweit. Und die sprächen eine deutliche Sprache. „Es müssen dringend noch weitere Studien durchgeführt werden”, fordert Eger.

Für die Anwohner ist die Studie Anlass, die Abschaltung der Sendeanlage zu fordern. Schon wegen der Nähe zur Grundschule.

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