Elektroautos

Mennekes entwickelt Einheitsstecker

Foto: ddp

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Kirchhundem. Tanken an der Steckdose: Noch ist es Zukunftsmusik, doch angesichts anhaltend hoher Ölpreise forschen Autobauer und Zulieferer mit Hochdruck am Elektroantrieb. Ganz vorne mit dabei: der Elektro-Spezialist Mennekes. Die Sauerländer wollen einen einheitlichen Ladestecker beisteuern.

Von Lena Siegel

Autoindustrie, Energieversorger und Politik setzen auf eine mobile Zukunft mit verbrauchsarmen und umweltfreundlichen Elektroautos. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren - so jedenfalls das Ziel der Bundesregierung. Ein neuer Markt, den auch Mennekes für sich erschließen möchte. Die Kirchhundemer haben einen Ladestecker für Elektroautos entwickelt, der in Zukunft weltweit einheitlicher Standard werden könnte.

„Es ist nicht mehr die Frage, ob Elektromobilität kommt, sondern nur noch wann”, erklärt der Marketing-Leiter bei Mennekes, Burkhard Rarbach. Das Unternehmen will nicht nur Zulieferer für Ladeanschlüsse sein, sondern eine ganzheitliche Lösung vertreiben: „Dazu gehören die Komponenten Steckdosen, Stecke, Ladekabel und komplette Ladestationen für den öffentlichen und privaten Gebrauch.”

Der Ladestecker wurde von Mennekes bei der Internationalen Elektrotechnischen Kommission zur Normung eingereicht. Rarbach erklärt: „Seit Ende der 90er Jahre beschäftigen wir uns schon mit Ladesteckvorrichtungen für Elektrofahrzeuge. Das damalige Projekt haben wir vor einem Jahr wieder aufgegriffen, um mehr daraus zu machen.” Dabei gebe es einen intensiven Dialog mit Energieversorgern wie RWE, Eon und großen Autoherstellern wie Daimler, BMW und VW.

Allerdings hat Mennekes auch Konkurrenz: Der japanische Hersteller Yazaki und die italienische Firma Scame bewerben sich ebenfalls mit Vorschlägen um die künftige Steckernorm für Elektroautos. Rarbach ist jedoch siegessicher. Der Yazaki-Entwurf sei technisch unterlegen. „Mit unserer Ladesteckvorrichtung kann man wesentlich schneller aufladen”, so Rarbach. Und der Vorschlag aus Italien ist nach seiner Darstellung nicht einheitlich genug, da das Unternehmen fünf unterschiedliche Stecker entwickelt habe, die untereinander nicht kompatibel seien: „Man müsste fünf unterschiedliche Ladekabel mit sich führen.”

Mit der Entscheidung, ob ihre Lösung das Rennen macht, rechnen die Sauerländer für das erste Quartal 2011. Mennekes hat laut Rarbach sehr gute Chancen, da der Ladestecker von den führenden europäischen Energieversorgern und Autoherstellern unterstützt werde. Sie hätten sich, so Rarbach, intern bereits darauf verständigt, dass Mennekes Entwurf zukünftiger Standard werden soll.

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