Campus Symposium Iserlohn

Nachhaltigkeit ist das Wort des Tages

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Iserlohn.Wo kommt welche Energie her? Wie bewegen wir uns fort? Wie reagiert die Wirtschaft auf die Herausforderungen der Zukunft? Das sechste Campus Symposium der privaten Iserlohner Hochschule BiTS sucht nach Antworten. Nachhaltigkeit heißt das Schlüsselwort.

Nachhaltig ist eines im Kopf hängen geblieben: Beim 100-Meter-Lauf legt er im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 drei Fehlstarts hin. Disqualifikation. Ein Drama für den Weltrekordler. Vorbei.

Jetzt steht Jürgen Hingsen in der Zeltstadt am Seilersee am Stand der Walton International Group: „Ich bin nicht der klassische Repräsentant. Ich arbeite im strategischen Marketing- und Vertriebsmanagement.“ Die Walton International Group verwandelt in den USA Farmland in Bauland. Eine lukrative Geldanlage,wie es heißt. „Eine bodenständige Geschichte“, sagt der heute 52-Jährige, „das hat auch mit Nachhaltigkeit zu tun.“ Seit August ist er im Geschäft.

Ein gutes halbes Jahr länger steht Nick Reilly an der Spitze von Opel. Der Europachef von General Motors versprüht nachhaltig Optimismus. „Vergessen Sie alles, was Sie gelesen haben. Opel ist wieder zurück.“ 2012 will die GM-Tochter wieder schwarze Zahlen schreiben. Um die Zukunft des Autobauers bangt er nicht.

Reilly sieht Opel bei der Entwicklung der Elektroautos weit vorn. „In weniger als zehn Jahren wird das Elektroauto ein Massenprodukt sein.“ Neben dem Opel Ampera, der 2011 auf dem deutschen Markt zu haben sein soll, verspricht er zwei, drei weitere Elektroautos. Seine Botschaft: „Elektroautos sind der Schlüssel für die Zukunft.“

ADAC-Präsident Peter Meyer hört das gern, fährt er doch ein Elektroauto. Sein Vorbild greift bei den 17,2 Millionen Mitgliedern nicht: „Die Bereitschaft, auf Strom umzusteigen, ist mehrheitlich vorhanden, aber höhere Kosten und Einschränkungen beim Komfort nehmen die Menschen nicht hin.“ Das weiß der ADAC-Präsident aus einer Umfrage unter 5000 Mitgliedern. Mit dem Begriff Nachhaltigkeit hat der Präsident des größten europäischen Automobilclubs Probleme: „Er wird inflationär verwandt. Ich spreche lieber von dauerhaft umweltgerecht.“ Angesichts schwindender Ressourcen eine Notwendigkeit.

Nach Ansicht von Knut Zschiedrich fehlt in der Gesellschaft dafür noch die Einsicht. Der Vorstandsvorsitzende der RWE Vertriebs AG vermisst die Bereitschaft, sich moderne Technik leisten zu wollen: „Wir haben zu viele Glaubensbekenntnisse. Wenn wir es wollen, kann es bis 2050 gelingen, die Energieerzeugung in Europa auf regenerative Quellen umzustellen.“

Beispielhaft gibt sich die Deutschland-Chefin des Möbelriesen IKEA, Petra Hesser. „Die Essensreste aus unseren Restaurants werden für Biogas verwertet.“ Bei 45 Filialen mit jährlich 100 Millionen Besuchern kommen zigtausend Tonnen zusammen. Für ein Raunen im Zelt sorgt der Umsatz des Familienkonzerns, der nicht an der Börse notiert ist - für 2009 sind es 3,34 Milliarden Euro. Und die Chefin über 14000 Beschäftigte versichert: „In jede Entscheidung soll Nachhaltigkeit einfließen. Ein ganz natürlicher Teil unserer Arbeit.“ Bei Jan Philipp Burgard, ARD-Redakteur bei den Tagesthemen, hinterlässt die IKEA-Chefin einen nachhaltigen Eindruck. Das Frage-Antwort-Spiel fällt aus. Kritische Fragen verbittet sich Petra Hesser. Burgard bleibt hartnäckig und lehnt das Interview ab. Auch nachhaltig.

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