Bundeswehr

Neuer Panzer für die Truppe

Foto: ddp WP

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Düsseldorf/Berlin. Die Bundeswehr erhält 405 neue Schützenpanzer vom Typ Puma. Der umstrittene Auftrag, den die Bundesregierung an ein Firmenkonsortium rund um die Düsseldorfer Rheinmetall AG vergeben hat, umfasst ein Volumen von 3,1 Milliarden Euro. Der Vertrag wurde Montag unterzeichnet.

Das Rüstungsprojekt war vom Bundesrechnungshof trotz großer Bedenken gebilligt worden. Es gab erhebliche Zweifel an Funktionstüchtigkeit und technischer Ausstattung des Panzers. Der Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigte die Bestellung dennoch und machte damit den Weg für die Unterzeichnung des Vertrages frei.

Auslieferung bis 2020

Die Schützenpanzer Puma sollen bis 2020 komplett an die Bundeswehr ausgeliefert werden und den 30 Jahre alten Schützenpanzer Marder ersetzen. Bereits bis 2012 erhält die Bundeswehr zehn Pumas. An diesen Typen will die Truppe die Einsatzfähigkeit testen und verbessern.

Die Regierung hat den teuren Panzerkauf trotz scharfer Kritik forciert, weil der Puma deutlich besseren Schutz gegen Sprengfallen bietet, wie sie etwa in Afghanistan gegen deutsche Soldaten eingesetzt werden. Weiter ist der Puma schwerer bewaffnet als das Vorgängermodell, seine Munition hat im Vergleich zum Schützenpanzer Marder mehr Durchschlagskraft.

Klimaanlage

Das Verteidigungsministerium betont, dass der neue Panzer im Unterschied zum Marder über eine Klimaanlage verfügt. Diese ist etwa in Einsatzgebieten wie Afghanistan wichtig. Die Bundeswehr setzt bereits Panzer in Afghanistan ein.

Dort stehen der schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force) acht Schützenpanzer Marder zur Verfügung. Dieses mit Maschinenkanone, Maschinengewehr und Panzerabwehrwaffe Milan ausgestattete Kettenfahrzeug kann sechs Soldaten transportieren und geschützt an den Ort des Einsatzes bringen.

Weiter ist in Afghanistan der Transportpanzer Fuchs im Einsatz. Er fährt nicht auf Ketten, sondern auf Rädern. Das bewaffnete und gepanzerte Fahrzeug kann zehn Soldaten transportieren. Es wird häufig auf Patrouillenfahrten eingesetzt. Doch es kann keinen umfassenden Schutz bieten. Erst kürzlich verunglückten in einem Fuchs bei Kundus drei Bundeswehrsoldaten tödlich.

Der ebenfalls in Afghanistan eingesetzte Transportpanzer Dingo ist ein zusätzlich geschütztes Transportfahrzeug auf der Basis eines UNIMOG. Es ist im Unterschied zum Transportpanzer Fuchs für Patrouillenfahrten in schwierigem und engen Gelände konzipiert.

Weiter setzt die Bundeswehr am Hindukusch den leichten Lkw Wolf ein. Das Radfahrzug wird dort als geschützter Personentransportwagen eingesetzt. Der Wolf ist zusätzlich gegen Angriffe geschützt worden. Dennoch kam es in Afghanistan zu tödlichen Anschlägen auf Besatzungen des Wolfs. Ende August 2008 starb ein deutscher Soldat bei Kundus, als er mit dem Wolf in eine Sprengfalle fuhr.

Weiter verfügt die Bundeswehr über den Kampfpanzer Leopard. Der fast 60 Tonnen schwere Panzer kam im Kosovo zum Einsatz. Der Panzer wird vor allem wegen seines Drohpotenzials eingesetzt. In Afghanistan kam der Leopard bislang nicht zum Einsatz. Seine Hauptwaffe ist eine 120 Millimeter Kanone. Die aktuelle Ausführung ist der Kampfpanzer Leopard 2 A6.

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