Fußball

Neuers schwerer Patzer bleibt ohne Folgen

Foto: imago sportfotodienst

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Gelsenkirchen. Der schwere Patzer bleibt ohne Folgen. Im Gegenteil. Manuel Neuer, Torwart des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, genießt auch nach seinem Fehler im Länderspiel gegen die Elfenbeinküste (2:2) das volle Vertrauen seines Arbeitgebers.

„Solche Momente machen gute Spieler noch stärker. Sie helfen, die Leistungsfähigkeit zu steigern”, erklärte Felix Magath, Trainer der königsblauen Kicker, vor dem Heimspiel am Samstag gegen Hannover 96.

Missgeschick im Nationaltrikot

Die Szene, an die sich der Schlussmann noch lange erinnern wird, stammt aus der 57. Minute: Nach einem verunglückten Rückpass seines Vereinskollegen Heiko Westermann schießt Neuer dem heranstürmenden Emmanuel Eboue den Ball so unglücklich in den Unterleib, dass der Abpraller ins eigene Tor trudelt. Ausgleich zum 1:1. Ein Missgeschick im Trikot der Nationalmannschaft ausgerechnet an der Stätte seines Heimatklubs - nahezu das Schlimmste, was einem Berufsfußballer im Dienst widerfahren kann.

"Das Tor geht auf meine Kappe"

„Das Tor geht auf meine Kappe”, sprach Neuer später Klartext. Eine Meinung, die nicht alle Experten teilten. „Manuel war in der Szene unglücklich, aber Heiko hätte sie vorher bereinigen und den Ball auf die Tribüne schlagen können”, erklärte Bundestrainer Joachim Löw. Ähnlich beurteilte Magath die Situation: „Ein Rückpass zum Torwart kann nur die Notlösung sein. In dieser Szene gab es andere Möglichkeiten.” Magath nimmt Heiko Westermann mit in die Verantwortung. „Natürlich werden wir darüber reden”, ergänzte der Chefcoach: „Aber Manuel muss sich der Kritik stellen und sie annehmen.”

Pech: Wiese ohne Gegentreffer

Der frustrierte Lokalmatador war zu Beginn der zweiten Halbzeit für den Bremer Tim Wiese eingewechselt worden. Sein Pech: Während Wiese ohne Gegentreffer blieb, musste Neuer zweimal hinter sich greifen, wobei er beim zweiten Gegentreffer nach einem 17-Meter-Schuss vom Seydou Doumbia (85.) machtlos war.

Das königsblaue Talent hatte einen schwachen Tag erwischt. Nicht mehr und nicht weniger. Magath jedenfalls will die Nationalelf in Sachen Neuer nicht mit seiner Mannschaft vergleichen. „Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe”, sagte er.

Keine ernsthaften Konkurrenten

Der größte Unterschied: Im Länderteam kämpft der 23-Jährige neben Tim Wiese und Rene Adler um die Nummer eins, in Schalke ist er gesetzt. Mathias Schober (33) und Mohamed Amsif (20) sind keine ernsthaften Konkurrenten. Magath glaubt felsenfest an die Stärken des aktuellen U-21-Europameisters: „Manuel wird am Samstag ein sicherer Rückhalt sein und uns möglicherweise das Spiel retten.” Der Patzer vom Mittwoch scheint längst vergessen.

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