Kultur

Südwestfalen gibt den Ton an

Sieger des Architektenwettbewerbs: Der Entwurf von Marcus Hille aus Arnsberg für den Umbau der Akademie Bad Fredeburg in ein Südwestfälisches Musikbildungszentrum.

Sieger des Architektenwettbewerbs: Der Entwurf von Marcus Hille aus Arnsberg für den Umbau der Akademie Bad Fredeburg in ein Südwestfälisches Musikbildungszentrum.

Foto: WP

Bad Fredeburg.   Der Hochsauerlandkreis wird zum musikalischen Zentrum für die ganze Region. Die Umwandlung der Akademie Bad Fredeburg in ein „Südwestfälisches Musikbildungszentrum“ gehört zu den herausragenden Kulturprojekten für Südwestfalen. Der Architektenwettbewerb ist jetzt entschieden.

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Der Hochsauerlandkreis wird zum musikalischen Zentrum für die ganze Region. Die Umwandlung der Akademie Bad Fredeburg in ein „Südwestfälisches Musikbildungszentrum“ gehört zu den herausragenden Kulturprojekten für Südwestfalen. Der Architektenwettbewerb ist jetzt entschieden.

„Wir sind die aktivste Region in Nordrhein-Westfalen, was die Zahl und das Engagement der Chöre und Musikvereine anbetrifft“, schildert HSK-Landrat Dr. Karl Schneider den Anstoß für die Idee, die Akademie Bad Fredeburg auszubauen. Bereits derzeit ist die Einrichtung sehr begehrt, kann aber nur ein Drittel der angefragten Teilnehmertage realisieren. Daher erhält das historische Gebäude nun einen Anbau, der Probenräume mit moderner technischer Ausstattung für bis zu 120 Musikerinnen und Musiker vorsieht. Jugendgästehaus und Hotel bleiben im Altbau untergebracht. Dazu kommen zwei Konzertsäle und die Möglichkeit zu Freiluft-Veranstaltungen im Innenhof.

Chöre, Musikvereine, Popbands, Schulklassen, Gesangsprofessoren mit ihren Studenten und alle anderen Musik-Interessierten können künftig im Musikbildungszentrum in Ruhe mehrere Tage lang intensiv proben - zu Bedingungen, bei denen sie sich allein auf ihre musikalische Arbeit konzentrieren können. Noch nicht einmal Instrumente müssen mitgebracht werden.

„Mit dem Konzept greifen wir das breite bürgerschaftliche Engagement im Bereich der Laienmusik auf“, unterstreicht Landrat Schneider.

„Es gibt in Südwestfalen eine hochkarätige Musikszene, viele Musikvereine und Chöre, die auf wirklich hohem Niveau agieren und die diese Übungsangebote zur weiteren Entwicklung nutzen können“, steht auch Bernhard Halbe, Bürgermeister der Stadt Schmallenberg, hinter dem Konzept. „Die Nachfrage ist eindeutig vorhanden. Die Workshops beim Festival Sauerland-Herbst ziehen zum Beispiel eine tolle Begeisterung nach sich, die das musikalische Gehehen vor Ort befruchtet.“

Das Südwestfälische Musikbildungszentrum ist ein Regionale-Projekt. Der Neubau wird 3,5 Millionen Euro kosten, deren Finanzierung einerseits das Land sowie andererseits die Stadt Schmallenberg und der HSK je zur Hälfte übernehmen.

30 Architektenbüros aus ganz Europa haben an dem Wettbewerb zur Gestaltung des Neubaus teilgenommen. Gewonnen hat der Arnsberger Architekt Marcus Hille. Keine sauerländische Vetternwirtschaft: Die Juroren kannten die Namen der Bewerber nicht.

Musikergesundheit wird ein wichtiges Thema des Musikbildungszentrums. „Die Akademie möchte neuesten Erkenntnissen gerecht werden, was gesundes Musizieren angeht. Daher werden von Anfang an Fachleute eingebunden“, erläutert Georg Scheuerlein, Leiter des Kulturbüros Sauerland und der Musikschule des HSK. „Das ist nur logisch, weil die ganze Region sich als Gesundheitsregion versteht. Wir wollen ein Beispiel geben, wie man lange musizieren kann und durch Ausgleich keine gesundheitlichen Schäden hat.“

Scheuerlein verweist darauf, dass das Musikbildungszentrum ein breit getragenes Projekt ist, das Pionierfunktion weit über Südwestfalen hinaus erhalten wird. Denn eine derartige Akademie gibt es in ganz Westfalen nicht. Auch Landrat Dr. Schneider setzt auf die Strahlkraft und die Nachhaltigkeit des Vorhabens. „Wir setzen ein Zeichen, und wir glauben nicht, dass der Einzugsbereich des Musikbildungszentrums sich auf Südwestfalen beschränken wird. Das wird auf andere Räume Sogwirkung haben“, so Schneider. Der Landrat betont, dass die Region nach innen und nach außen „aus der Deckung“ kommen müsse. „Es gibt viel Unwissen über die Stärke der Region.“

Dieses Argument unterstützt Bernhard Halbe: „Die Musikakademie eröffnet zusätzliche Chancen für die berufliche und wirtschaftliche Entwicklung. Musik ist ja nicht nur ein Standortfaktor, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. Von der Musikwirtschaft hat der ländliche Raum bisher zu wenig profitiert.“

www.suedwestfalen.com

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