Rettungsplan

Thoben: Bürgschaft für Hertie-Filialen

Foto: ddp

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Herdecke/Düsseldorf. Zur Rettung von Hertie-Filialen will die NRW-Landesregierung den Einstieg von Investoren über eine Bürgschaft erleichtern. Allerdings müssten zudem die Mitpreise für die Gebäude gemindert werden, forderte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU).

Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) forderte aber vorher eine Reduzierung der Mietpreise für die Hertie-Gebäude. „Die überzogene Miethöhe ist ein entscheidender Grund gewesen für die Hertie-Insolvenz”, sagte Thoben im NRW-Wirtschaftsausschuss.

In NRW sollen zwölf der 37 Hertie-Filialen geschlossen werden - darunter Herdecke, Köln, Marl, Bocholt und Herne. Insolvenzverwalter Biner Bähr hat der Landesregierung intern mitgeteilt, dass für diese betroffenen Filialen auch „langfristig keine wirtschaftlich tragfähige Grundlage besteht”. Allerdings wird für die Standorte Mettmann und Erkrath noch mit einem Investor verhandelt. Auch die anderen 37 Hertie-Standorte in NRW mit 1200 Vollzeitstellen sind laut SPD „gefährdet”.

Thoben kritisierte, dass der insolvente Besitzer der meisten Hertie-Gebäude, Dawnay Day, Mieten in Höhe von 15 bis 20 Prozent des Filialumsatzes kassiert habe - üblich sind fünf Prozent. Der Insolvenzverwalter will bis Ende Februar durchsetzen, dass die Miethöhe gesenkt oder die Immobilien verkauft werden.

Mehr Maßnahmen des Landes gefordert

SPD-Wirtschaftsexperte Thomas Eiskirch forderte mehr Maßnahmen des Landes, damit kein Standort aufgegeben wird. Vielfach lägen Hertie-Filialen in strukturell benachteiligten Stadtteilen, klagte Eisbrich. „Häufig ist die Hertie-Filiale der einzige Vollsortimenter, der zur wohnortnahen Versorgung der Bürger beiträgt.” Karstadt hatte die Geschäfte 2005 an den Investor verkauft, der die Läden unter dem Namen Hertie weiterführte. „Die eine Heuschrecke wollte sich an Hertie eine goldene Nase verdienen, die andere an den Immobilien durch überhöhte Mieten überhöhte Renditen kassieren”, sagte Eisbrich.

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