Monumental-Show

Veranstalter von "Ben Hur Live" pleite

Foto: Fremdbild

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Gelsenkirchen. Es ist fürwahr eine „dramatische Geschichte rund um das legendäre Wagenrennen”, wie es der Veranstalter von „Ben Hur Live” versprochen hat. Doch die Dramatik spielt sich nicht - wie geplant - in der Schalke-Arena ab, sondern außerhalb des Spielortes. Der Veranstalter ist pleite.

Gelder für bereits gekaufte Karten werden nicht erstattet. Mindestens drei Strafanzeigen wegen Betruges liegen vor.

Eigentlich sollte die Monumental-Show mit 300 Darstellern Ende November über die königsblaue Bühne gehen. Wegen technischer Probleme an den Galeeren und anderen beweglichen Kulissen wurden die beiden Veranstaltungstage auf Anfang Februar verschoben. Jetzt wandte sich Franz Abraham, Geschäftsführer des Veranstalters Art Concerts mit Sitz in Mörlbach am Starnberger See, auf der Internet-Seite der Schalke-Arena an die „sehr geehrten Ben Hur Live-Kunden”. Aufgrund eines „externen Antrags” müsse die Art Concerts GmbH Insolvenz anmelden. Die Ben-Hur-Festspiele auf Schalke fallen vorerst aus (auch die Aufführungen in Wien). Es sei „unwahrscheinlich, dass Erstattungen entsprechend vorgenommen werden können, da nahezu keine Masse vorhanden ist”.

Neue Firma geplant

Mit einer neu zu gründenden Firma, so heißt es weiter, will man nach den jetzigen Planungen die Shows am 21. und 22. Mai nachholen. Die erworbenen Tickets (über 25 000) behielten ihre Gültigkeit. Abraham bittet die Kartenkäufer, „nicht unnötig Geld in Rechtsberatung zu investieren”.

Bei einem Kaufmann aus Gladbeck stößt er damit auf taube Ohren. Frank S. ist einer von mindestens drei Kunden, die Strafanzeige gegen Art Concerts wegen Betruges bei der Staatsanwaltschaft München II eingereicht haben. Es soll geprüft werden, ob eine vorsätzliche Insolvenzverschleppung vorliegt.

Im August 2009 hat S. sieben Karten im Wert von 620 Euro für die Show im November gekauft. Weil er den auf Februar verschobenen neuen Termin nicht wahrnehmen konnte, schickte er - wie von Art Concerts mitgeteilt - die Karten zurück. Sein Geld hat er bis heute nicht erhalten.

Hinhaltetaktik

Seit November erlebt der Gladbecker eine Hinhaltetaktik mit Vertröstungen und Versprechungen („wenn Sie noch ein wenig warten, erhalten Sie gratis eine CD von der Veranstaltung”). Mal ist es die knappe Bürobesetzung, mal die große Zahl an Rücksendungen, die in insgesamt fünf „teils widersprüchlichen” E-Mails („irgendwann war das Telefon abgeschaltet”) als Gründe für die Verzögerungen angegeben werden.

Was S. aufregt: „Eine Woche, nachdem ich die Karten zurückgeschickt habe, waren die Plätze im Online-Ticketverkauf wieder frei. Das heißt, der Veranstalter verkauft die Plätze doppelt”, so der Gladbecker gegenüber unserer Zeitung. „Er kann doch nicht mit meinem Geld arbeiten, wenn er weiß, dass er sich finanziell verhoben hat.”

Von der FC Schalke 04-Stadion-Betriebsgesellschaft war gestern keine Stellungnahme zu erhalten, während Veranstalter Franz Abraham unaufhörlich betont, dass sich niemand bereichert hat.

"Noch etliche Klagen"

Der Kaufmann aus Gladbach jedenfalls glaubt nicht, dass es im kommenden Mai einen neuen Aufführungs-Versuch geben wird. „Die Veranstaltung wird nicht mehr auf die Beine kommen”, sagt S., der im E-Mail-Kontakt zu Ben-Hur-Kartenkäufern steht, die sich von Art Concerts geprellt fühlen. „Es wird noch etliche weitere Klagen geben.” Die 620 Euro, davon geht er aus, wird er nie wiedersehen.

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