Westfalen Winds

Westfalen Winds macht Musik

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Das sinfonische Blasorchester Westfalen Winds

Das sinfonische Blasorchester Westfalen Winds

Foto: westfalen Winds

Bad Fredeburg. Diese Musiker sind klingende Botschafter der Region. Westfalen Winds ist ein außergewöhnliches Orchesterprojekt. Am Samstag, 4. Dezember, gestaltet das sinfonische Blasorchester gemeinsam mit den Posaunisten der Berliner Philharmoniker in der Musikschule der Stadt Marl ein Konzert.

Mit Unterstützung der Musikschule des Hochsauerlandkreises wurde Westfalen Winds 1996 ins Leben gerufen. Hier treffen sich ambitionierte Laien und Profimusiker zweimal im Jahr in der Akademie Bad Fredeburg zu Probenphasen, die jeweils mit einem Konzert abgeschlossen werden. Die Instrumentalisten kommen aus ganz NRW - und wer zum Studium oder beruflich weggezogen ist, der macht trotz der weiten Anfahrtswege weiter. Dabei trägt sich das Orchester selbst und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Konzerteinnahmen und Spenden.

„Man geht mit der Intention dahin, Stücke zu spielen, die eine Herausforderung sind“, schildert Sabrina Hymmen aus Lüdenscheid die Motivation der Bläser. Die 30-jährige Klarinettistin ist seit vier Jahren dabei. „Das Gemeinschaftsgefühl, kombiniert mit der Herausforderung, richtig gute Musik zu machen“, ergänzt Fabian Lücke. Der 27-Jährige Informatikstudent im Examen spielt seit zehn Jahren mit. „Es ist eine Herausforderung, dass man in ein sehr gehobenes Orchester kommt, die sehr anspruchsvolle Sachen spielen. So dass man hinterher sagt: Guck, was du geschafft hast“, fügt Julian Kampmann aus Neuenrade-Affeln hinzu. Mit 15 ist der 20-jährige Percussionist zu Westfalen Winds gekommen.

Die meisten Westfalen-Winds-Musiker sind auch in anderen Orchestern aktiv, die Profis und Musikstudenten ohnehin. Deshalb bietet das Ensemble den engagierten Mitgliedern eine Chance, sich auszuprobieren. „Bei anderen Laienorchestern kommt man nicht an seine Grenzen. Bei Westfalen Winds kann man zeigen, dass man was kann“, unterstreicht Sabrina Hymmen. „Man fuckelt nicht mit Leuten zusammen, die ihre Stimmen nicht geprobt haben“, führt Fabian Lücke den Gedanken weiter. „Zumal das Niveau in den Laienorchestern sehr unterschiedlich ist. Für mich ist es schön, mir von den studierten Musikern noch etwas abzugucken“, ergänzt Julian Kampmann.

Entsprechend spielt Westfalen Winds überwiegend Originalkompositionen für sinfonisches Blasorchester, dazu Bearbeitungen von Werken verschiedenster Stilrichtungen. Am 4. Dezember steht eine Uraufführung auf dem Programm: „three, four, six and nine“ des Komponisten Manfred Honetschläger für vier Posaunen und Blasorchester. Das Posaunenquartett der Berliner Philharmoniker übernimmt den Solopart. Das Werk wurde von Westfalen Winds in Auftrag gegeben.

Es ist nicht die erste Uraufführung. Gerne erinnern sich die Musiker an ein Familienkonzert auf Einladung der Duisburger Sinfoniker. Dabei erlebte „Die Traummaschine“ des gebürtigen Arnsberger Komponisten Thiemo Kraas ihre Weltpremiere. Kraas wiederum ist Westfalen Winds als Schlagzeuger seit langem verbunden. Die Teilnahme an Wettbewerben fördert ebenfalls Gemeinschaftsgefühl und Motivation. So hat Westfalen Winds jetzt beim internationalen Blasorchestercontest Flicorno d’oro im italienischen Riva del Garda als bestes deutsches Orchester einen 4. Platz errungen.

50 bis 60 Instrumentalisten zwischen 15 und 50 Jahren sind im Orchester aktiv. Seit 2005 ist Uli Schmidt der Dirigent. „Neben Schule, Studium oder Beruf erarbeiten sich alle ihre Stimmen. Erst während der Proben werden diese dann zu einem Gesamtbild zusammengesetzt“, ist Schmidt stolz auf die Einsatzbereitschaft seiner Musiker.

Neue Mitstreiter sind übrigens immer willkommen. „Wenn einer sagt, ich bin auf dem Weg gut zu werden, soll er es einfach bei uns ausprobieren“, so Fabian Lücke. „Jeder kann mitmachen, es gibt kein Vorspiel. Man merkt dann selber, ob es passt“, unterstreicht Sabrina Hymmen. Und Julian Kampmann bringt den Ansporn noch einmal auf den Punkt: „Die Musik ist ein Hobby, das muss man einfach leben.“

Karten für das Konzert am 4. Dezember, 19 Uhr, in der Musikschule der Stadt Marl gibt es unter aubke@westfalen-winds.de. Internet: www.westfalen-winds.de

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