Energie

Wintershall treibt Fracking-Pläne voran

Probebohrungen von Exxon-Mobil.

Probebohrungen von Exxon-Mobil.

Foto: Anja Cord

Hagen. Die BASF-Tochter Wintershall setzt seine Suche nach nicht-konventionellen Erdgasvorkommen in NRW fort und will dazu „im Spätsommer“ mit Hilfe von Kernbohrungen Gesteinsproben im Feld Ruhr entnehmen. Mit diesen Proben könne im Labor ermittelt werden, „ob das Gestein Potenzial“ habe, erklärte Unternehmenssprecher Stefan Leunig gegenüber dieser Zeitung. Anhand dieser Daten würden die Orte für weiter- (und tiefer-)gehende Probebohrungen festgelegt, so der Sprecher weiter. Diese seien für „Ende dieses, Anfang nächsten Jahres geplant“.

Erdgas aus nicht-konventionelle Lagerstätten wird mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren gefördert, bei dem ein Wasser-Sand-Chemie-Cocktail in den Boden gepresst wird, um das Gas aus den Gestein zu lösen. Kritiker, darunter auch Wasserversorger, fürchten dabei eine Verseuchung des Grundwassers.

Noch kein Antrag

Das Erlaubnisfeld Ruhr räumt allein Wintershall das grundsätzliche Recht ein, dort Erdgas zu fördern. Es umfasst weite Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises, Hagen, den nördlichen Märkischen Kreis, Ense, Möhnesee, Arnsberg und Sundern sowie teils angrenzende Orte. Im Westen reicht es bis an die holländische Grenze.

Die Kernbohrungen können nach Angaben von Leunig bis zu 200 Meter ins Erdreich führen. Beantragt sind sie bei der Bezirksregierung Arnsberg noch nicht. Die Proben haben einen Durchmesser von 10 Zentimetern. Das vom NRW-Wirtschaftsministerium und Exxon-Mobil vereinbarte Moratorium für die Fracking-Probebohrungen betrifft nach Ansicht von Wintershall die Kernbohrungen nicht.

Das vom NRW-Umwelt­ministerium geplante Gutachten zu den Auswirkungen des Fracking-Bohrverfahrens soll bis Ende dieses Monats vergeben werden. In der nächsten Woche erst werde die Ausschreibung veröffentlicht, kündigte das Ministerium an.

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