TV-Show

Zweifel an der Seriosität des neuen Wettkönigs

Foto: Carmen Sauerbrei wp

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Hagen/Salzburg. Mit seiner „Sternenwette” hat der Mathematiklehrer Günter von Lojewski aus Gotha am Samstag bei „Wetten, dass. . .” Millionen von Fernsehzuschauern begeistert. Inzwischen sind aber auch Zweifel an der Seriosität des neuen Wettkönigs aufgekommen. War's am Ende nur ein Schiel-Trick?

Auf Internet-Foren haben sich inzwischen zahlreiche Zuschauer zu Wort gemeldet, die die vermeintlich tolle Leistung des Pädagogen aus Thüringen in Frage stellen. Der hatte erinnerlich auf einem Bild mit 5000 leuchtenden Sternenpunkten exakt die Stelle benennen können, an der Stargast Anna Netrebko mittels eines Computer-Joysticks einen einzelnen Stern gelöscht hatte - und das dann gleich mehrmals hintereinander mit immer neuem Erfolg.

Der Lehrer selbst hatte angegeben, 20 Jahre für diese phänomenale Erinnerungsfähigkeit trainiert zu haben. „Alles Unsinn”, werfen ihm nun Kritiker vor. Bei dem verblüffenden Können handele es sich vielmehr um das Ergebnis, das bei sogenannten stereoskopischen Bildern sehr schnell zu erzielen sei. Dabei werden zwei gleiche Bildhälften nebeneinander gelegt. Der eigene Blick muss mit einer Art Schieleffekt fixiert werden und produziert dann vor dem geistigen Auge eine dreidimensionale Perspektive. Verändert man nun die erinnerte Vorlage, wird genau der fehlende Punkt klar sichtbar.

Das ZDF reagiert gelassen

Das ZDF in Mainz reagierte ganz gelassen auf die Vorwürfe, ohne jedoch den Vorwurf ausdrücklich zu dementieren. Es komme ohnehin bei jeder „Wetten, dass. . .”-Ausgabe vor, dass sich anschließend Neider und Besserwisser zu Wort meldeten, hieß es auf unsere Anfrage in Mainz. Ein Sprecher des Senders wörtlich: „Wie die Leistung erbracht worden ist, ist doch egal. Millionen Menschen hat es jedenfalls gefallen, sonst hätten sie diese Wetter auch nicht allen anderen vorgezogen. Und schließlich: Warum haben sich die Kritiker denn nicht selbst mit solch einer Wette beworben? Wir haben damit kein Problem.”

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